Pocher, Antiquitätenhändler, SEO

Journalisten: Wie arbeiten sie ohne Nachrichtenagenturen? Können sie Freunde sein mit SEO’s? Sind sie nur noch Antiquitätenhändler? Unsere wochentägliche Presseschau.

1. „Online bis dass der Tod uns scheidet“
(medienspiegel.ch, Andrea Masüger)
Der publizistische Direktor der Südostschweiz Medien glaubt, es sei „möglich, dass auf den Redaktionen unserer grossen Zeitungen zu wenig geschrieben und zu viel geschwatzt wird.“ Dennoch könne es nicht so sein, dass „die Wegmarken im Schweizer Journalismus“ künftig von jenen gesetzt werden, „die bei der SDA schon in der ersten Woche einer Schnupperlehre hochkant rausfliegen würden“.

2. „Woher soll das Geld für aufwändigere Berichterstattung kommen?“
(heise.de/tp, Thomas Pany)
Der konservativen Verleger („graumelierter Kurzhaarschnitt, englischer Anzug, Hornbrille, die faltenfreie FAZ ungelesen auf dem Büroschreibtisch“) auf den Podien der DLD wirken „manchmal ein wenig wie ratlose Antiquitätenhändler“. „Um sie herum aufgeklappte Notebooks, dahinter junge kluge Köpfe mit Drähten dran und leisen Fingern, die so nebenbei über saubere Tastaturen laufen, während man dem Bekannten freundlich zunickt; eine neue, zielgerichtete Generation.“

3. „Mehr Pocher!“
(faz.net)
Michael Hanfeld wünscht sich mehr Oliver Pocher und weniger „Gremien-Gremlins“ (Zitat Günther Jauch): „Die Kritik an seinem kleinen Stauffenberg-Auftritt wirkt vorgeschoben, sie ist lächerlich. Die Rundfunkräte, die nun in wohlfeiler Empörung aufmarschieren, sollten daran denken, dass es ihre Aufgabe nicht ist, Geschmackszensur auszuüben, und das Programm nicht daran gemessen wird, ob es bestimmten, nach politischem Proporz ausgewürfelten Gruppen behagt.“

4. „Nachrichtenagenturen – Das Netz reißt“
(fr-online.de, Daniel Bouhs)
„Am Anfang stand die Solidarität: Keine Zeitung, kein Sender konnte es sich leisten, ständig überall Reporter herumspringen zu lassen. Deshalb installierten sie irgendwann Nachrichtenagenturen.“

5. „Wie die ‚WAZ‘ ohne dpa auskommt“
(stefan-niggemeier.de)
Die WAZ-Gruppe hat den solidarischen Kreis der Nachrichtenagentur-Zahler aus Spargründen verlassen. Wie nun gearbeitet wird, dokumentiert Stefan Niggemeier.

6. „Can SEO’s and Journalists Really Be Friends?“
(cyberjournalist.net, Rachelle Money)
Können Journalisten und Suchmaschinenoptimierer wirklich Freunde sein? „We both do the same thing, but SEOs use keywords geared to search engines, and journalists use words which are key to the story.“