Filet Hamas, Walder, Sextagebücher

Hält sich das Ein-Bund-Konzept des Blicks? Wie leben die Journalisten im Nahost-Kriegsgebiet? Was steht in den Sextagebüchern? Fragen und Antworten dazu in der Presseschau.

1. „Sag mir, wo die Toten sind“
(faz.net, André Marty)
Der bloggende Nahostkorrespondent André Marty berichtet vom „Filet Hamas“ der russischen Journalisten und von den Alltagsproblemen mit denen „in den geheizten Büros“: „Ein deutscher Kollege zum Beispiel hat’s besonders schwer mit seinem Sender in Berlin, Köln oder München, Hamburg oder Mainz – wer will das schon so genau wissen. Die Redaktion will Soldaten sehen, Uniformen müssen her. Nur: An die Soldaten kommt selbst das israelische Fernsehen kaum ran. Und noch viel blöder, wenn just dann die Kassem-Raketen der extremistischen Kämpfer in der Nähe einschlagen, während der Journalist dem Nachrichtenchef im fernen Deutschland was von zivilen Opfern des Krieges im Gazastreifen vermitteln will.“

2. „Verlinken Sie alle gemeinsam auf investigative Geschichten anderer Medien!“
(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer hat eine gute Idee. Weil Artikel, die mit einem hohen Aufwand an investigativen Recherchen erstellt wurden, Aufmerksamkeit verdienen, schlägt er vor, dass jede Redaktion (aus Eigeninteresse) solche Artikel bei anderen Titeln verlinken soll.

3. „Wie PR-Strategen Themen platzieren“
(taz.de, Gregor Schreiber)
„Der schmale Grat zwischen PR und Journalismus wird von Strategen genutzt, um Themen in Medien zu lancieren. Ein Erfahrungsbericht.“

4. Interview mit Marc Walder
(nzz.ch, Francesco Benini und Birgit Voigt)
Die NZZ am Sonntag stellt dem Chef von Ringier Schweiz Fragen, unter anderem diese: „Wer sich bei Ringier halten will, ist auf die Gunst von Frank A. Meyer angewiesen. Ist das wöchentliche Interview, das Sie im Magazin des ‚Sonntags-Blicks‘ mit ihm führen, Ihre Lebensversicherung?“

5. „Zeitungskrise in Frankreich“
(dradio.de, Siegfried Forster)
„Der Pressevertrieb ist eine Katastrophe, die Zeitungen in Frankreich sind so marode, dass sie nur mit Millionensubventionen vom Staat am Leben bleiben, die Gewerkschaften halten die Presse im Klammergriff. Irgendetwas muss geschehen. Schließlich sind in den letzten 60 Jahren 100 Blätter komplett vom französischen Markt verschwunden.“

6. „Immer nur das Eine!“
(sz-magazin.sueddeutsche.de)
Das neuste Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich mit einem schönen Titelbild und lesenswerten Artikeln dem Thema Sex. Das Highlight ist dabei das von Durchschnittsmenschen geführte Sextagebuch (online ausführlicher als im Heft).