Polylux, Hoesli, Korrekturen

Unsere heutige Presseschau mit vielen Gesprächen: Wolfgang von Mecklenburg, Eric Hoesli, Wolfgang Blau und Rainer Esser. Dazu die besten Fehler und Korrekturen 2008.

1. „Opium fürs Volch“
(medienspiegel.ch, Fred David)
Fred David äussert sich zu den schweizer Medien: „Unsere Medien vertreten die Macht. Sie kontrollieren sie nicht, wie sie vorgeben. Dazu sind sie nicht mehr in der Lage. Diese Funktion passt nicht in ihre Marketing-, Gratis- und Sonstwiestrategien. Dass da ein wichtiges Element der Demokratie nicht mehr richtig funktioniert, scheint niemanden zu sorgen. Ausser vielleicht einen Spekulanten wie Tito Tettamanti.“ Ebenfalls sehr lesenswert sind die Kommentare. Der anonyme „Skepdicker“, ganz offenbar ein Kenner der schweizer Medienszene, schreibt: „Die Inlandredaktionen schreiben seit Jahren an einer oberflächlichen Soap-Opera über den Kampf der Zwerge gegen den bösen Giganten B. Während ein Markus Schneider Bücher über die Flat Tax oder soziale Mobilität schreibt, befassen sich die Journalisten-Zwerge damit, ob Doktor B., Frau B., Bruder B., Schwester G.-B., Tochter M.-B…“

2. Interview mit Wolfgang von Mecklenburg
(weltwoche.ch, Roger Köppel)
Roger Köppel, der im Editorial mitteilt, er habe nun die Zeitschrift zu 100% übernommen, im Gespräch mit Wolfgang von Mecklenburg von der M&M Media-Agentur. Der empfiehlt dem Blick, zum alten Format zurückzukehren, vom aktuellen Zustand der Zeitungen ist er nicht gerade begeistert: „Die heutige Medienszene tendiert Richtung Massenprodukt. Wir haben zu viele graue Mäuse.“

3. „‚Polylux‘ ist tot“
(taz.de, Peer Schader)
„Menschen mit kuriosen Hobbys oder außergewöhnlichen Eigenschaften konnten sich darauf verlassen, ab dem Moment, in dem das ‚Polylux‘-Kamerateam bei ihnen im Hausflur stand, zum Mainstream zu gehören. Wahrscheinlich hat die Redaktion viel Zeit damit verbracht, darauf zu warten, dass andere Medien was aufschreiben, das sie dann nachdrehen kann.“

4. Interview mit Eric Hoesli
(krusenstern.ch)
Gleich zwei Gespräche mit dem publizistischen Leiter von Edipresse, Eric Hoesli, einmal auf persoenlich.com, einmal im Weblog Krusenstern: „In den Schweizer Zeitungen wurde zum Beispiel sehr einseitig über den Georgien-Konflikt berichtet. Dabei wurden die Russen immer als die brutalen Invasoren dargestellt, obwohl Georgien mit der ganzen Auseinandersetzung begonnen hat. Um dieses Bild zu verstärken, wurde der georgische Präsident permanent als Demokrat beschrieben, was überhaupt nicht zutrifft.“

5. Interview mit Wolfgang Blau und Rainer Esser
(meedia.de)
Das Holtzbrinck-Projekt zoomer.de wird stark gekürzt. Doch nicht etwa wegen Problemen, nein, es ist eine „Erfolgsstory“. Wolfgang Blau: „Ich finde es herausragend, dass sich die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck Experimente leistet. Das ist in Deutschland eher ungewöhnlich.“

6. „The Year in Media Errors and Corrections“
(regrettheerror.com)
Das Fehlersammelblog „Regret the Error“ hat ein Buch gedruckt. Im Jahresrückblick auf 2008 sammelt das Blog nochmals einige der besten Fehler und Korrekturen: „In yesterday’s column about badminton, I misspelled the name of Guatemalan player Kevin Cordon. I apologize. In my defense, I want to note that in the same column I correctly spelled Prapawadee Jaroenrattanatarak, Poompat Sapkulchananart and Porntip Buranapraseatsuk. So by the time I got to Kevin Cordon, my fingers were exhausted.“