Werben mit der Kraft des Vulkans

Haben Sie sich vor zwei Wochen zufällig die „Superillu“ gekauft? Nein? Tja, Pech. Da haben Sie nämlich einiges verpasst:

Nein, wir meinen nicht den „Kult“-Film aus den 80ern oder die Geschichte über prominente Scheidungskinder („Es kommt in den besten Familien vor“) oder die putzigen Fotos von Stefanie Hertels „Liebes-Reise“ (die vermutlich eher so mittelromantisch war, weil nicht nur „Papa und Ehemann“ mitgereist sind, sondern auch eine Horde von Fans, aber wurscht). Nein, wir meinen das große, herausnehmbare Ratgeber-Extra:

Auf den vier Zusatz-Seiten dreht sich alles um den Fersensporn, eine fiese Reizung im Fuß, die, wie gleich am Anfang erklärt wird, bei fast jedem zehnten Menschen auftrete. Aber keine Panik! Denn:

Wie man dem Fersensporn davonmarschieren kann, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Und auf diesen Seiten wird dann zunächst erklärt, wie ein Fersensporn entsteht und welche „herkömmlichen“ Methoden es gibt, ihn zu behandeln. Die sind aber meist ziemlich schmerzhaft und/oder sauteuer, wie der Leser schnell feststellen muss, doch zum Glück kennt die „Superillu“ eine Lösung:

Wenn viele Methoden und Medikamente nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann häufig die Homöopathie Linderung bringen. Das gilt auch für den Fersensporn. Ein spezielles Mittel aus Lava hat sich seit Jahrzehnten bewährt

Und um dieses „spezielle Mittel“ geht es dann auch. Und mehr noch: In Wirklichkeit sind die vier Extra-Seiten gar kein Ratgeber, sondern ein Werbeprospekt für das homöopathische Mittel.

Mit Sätzen wie:

Bei der Behandlung eines Fersensporns wird das homöopathsiche Einzelmittel [XY] von Medizinern schon seit über 100 Jahren erfolgreich angewandt.

Oder:

Es kann dem Körper dabei helfen, den Entzündungsprozess in und um die Sehnenplatte unter dem Fuß in Eigenregie einzudämmen. Die Schmerzen lassen nach, oft bildet sich der Sporn zurück. Zudem vermuten Experten, dass homöopathische Mittel generell die Kommunikation der Körperzellen wiederherstellen können, was ebenfalls zur Heilung beiträgt.

Und so weiter. Die großen Vorteile des Mittels werden dann nochmal von einem „Homöopathie-Experten“ gepriesen, der auch gleich schon mal erklärt, wie oft und in welchen Dosen es genommen werden sollte.

Und von außen sieht das Ganze aus wie … nun ja:

Die Fotos kommen zum Teil direkt vom Hersteller, der Deutschen Homöopathie-Union. Doch statt „Anzeige“ steht über den Extra-Seiten das hier:

Wir wollten von der „Superillu“ wissen: Handelt es sich tatsächlich um redaktionellen Inhalt? Oder um eine Anzeigenform? Oder gar um eine Mischung aus beidem?

Das vollständige Statement der „Superillu“-Sprecherin liest sich so:

Die Beilage in Super Illu 28/14 entspricht nicht unseren publizistischen Grundsätzen. Wir haben interne Richtlinien, die unlängst noch deutlicher formuliert worden sind, um Grauzonen künftig zu vermeiden.

Naja. Immerhin.