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Böses Foul an Schweinifurt!

Stuttgart liegt am Ganges /
Berlin liegt an der Seine …

(Traditioneller „Bild“-Merkreim)

Mit dem Deutschlandbild der „Bild“-Zeitung stimmt was nicht. Gut, das hatten wir in der vergangenen Woche schon festgestellt, aber es ist seitdem nicht besser geworden.

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft berichtet das Blatt heute, dass „wir“ „ab heute ballaballa sind“. Es hat den größten Teil der Titelseite für etwas freigeräumt, das es „die wahre Deutschland-Karte“ nennt und als Vorwand für die schlechtesten Wortspiele der Welt nimmt, darunter: „Fifalkensee“ statt Falkensee, „DFBeelitz“ statt Beelitz, „Pfostsee“ statt Ostsee; „Bumm“ für Bonn und „Gelsenkonter“ für Gelsenkirchen.

Angesichts dessen sind die geographischen Unzulänglichkeiten der Karte, zugegeben, harmlos, aber nicht minder rätselhaft.

Kaiserslautern, zum Beispiel, liegt plötzlich in Sichtweite des Rheins, aus Hof ist Bayreuth geworden, Schweinfurt hat den Platz von Coburg eingenommen, und Bamberg ist über den Main in Richtung Norden gezogen. Dafür hat sich die Fränkische Schweiz auf den Weg in die umgekehrte Richtung gemacht und liegt nun nicht mehr nördlich, sondern südlich von Nürnberg und Fürth.

Auch diese Karte ist ein Geschenk für den Geographieunterricht in der Schule, und wahrscheinlich kann man mehrere Stunden damit füllen, gemeinsam alle Fehler zu entdecken („Liegt Magdeburg wirklich nördlicher als Berlin?“).

Das eigentliche Rätsel aber ist, warum die „Bild“-Grafiker nicht einfach vorhandenes Kartenmaterial verwenden anstatt sich immer wieder vergeblich daran zu versuchen, die Geographie Deutschlands zu erraten.

Mit Dank an Matthias B.!