Wilhelm II.

Mal abgesehen davon, dass die „Bild“-Zeitung Karl-Theodor zu Guttenberg heute in goldenen Lettern feiert, als wäre er Bundespräsident geworden (siehe Ausriss), korrigiert sie auch noch ihre peinliche Namens-Schlagzeile von gestern, in der sie Guttenberg einen falschen zusätzlichen Vornamen gab, der aus einem manipulierten Wikipedia-Eintrag stammte (wir berichteten).

Wie es so die Art der „Bild“-Zeitung ist, korrigiert sie das heute ganz nebenbei und so, dass nicht unbedingt alle es verstehen. Unter der Überschrift „Minister Guttenberg erklärt seine vielen Vornamen“ heißt es:

"7./8. Philipp Franz:

Ach. Uns fielen da ja spontan noch viele weitere Vornamen ein, die Guttenberg in Wirklichkeit auch gar nicht hat – aber die standen nicht auf der „Bild“-Titelseite von gestern. Dass der „Wilhelm“ dort stand, verschweigt „Bild“.

Andere Medien, die den „Wilhelm“ (wie „Bild“) aus dem manipulierten Wikipedia-Eintrag übernommen hatten, sind selbstkritischer. Manche aber auch nicht, und einige haben den falschen „Wilhelm“ offenbar noch immer nicht bemerkt:

Mehr zu den merkwürdigen Reaktionen von „Spiegel Online“ und „taz“ nebenan beim Niggemeier.

Nachtrag, 12.2.2009: Heute berichtet auch „Bild“ über die „Wilhelm“-Posse und schreibt:

Der neue Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (…) wurde Opfer einer Fälschung.

Im Online-Lexikon Wikipedia dichtete der anonyme Fälscher dem Minister den Namen „Wilhelm“ an – und viele Medien (auch BILD) fielen darauf herein.

Als, äh, Quelle nennt „Bild“:

"jetzt wurde bekannt:"

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