Lustknaben, virtueller Hinterhalt, RSS

Das Schweizer Fernsehen umgibt sich mit einem teuren Zaun, immer mehr Angriffe und Empfindlichkeiten werden geortet und RSS der Medienhäuser muss endlich brauchbar werden, mit Volltext und Werbung. Die Presseschau.

1. „RSS: Beginnt das Umdenken?“
(georgholzer.at)
Georg Holzer fordert von den Medienhäusern brauchbare RSS-Feeds. Statt „verkrüppelt, verkürzt, auf den Titel und höchstens noch einem kurzen Teaser reduziert“, sollen sie vollständig sein. Werbung nimmt er dabei gerne in Kauf, solange sie nicht blinkt: „Dann hilft nämlich das ganze RSS-Zeugs nicht, weil man den eigentlichen Text dann schwerer lesen kann.“

2. „Freie beim Fernsehen“
(taz.de, Eckart Lottmann)
„Wer ist ärmer dran? Der unterbezahlte Fernsehautor oder der überarbeitete Fernsehredakteur? Eine Tagung in Stuttgart widmete sich dieser ’schwierigen Liebe‘.“

3. „Immer mehr Gift-Spritzen aus dem virtuellen Hinterhalt“
(onlinereports.ch, Peter Knechtli)
Peter Knechtli sorgt sich in einem langen Artikel um das Internet, das, so meint er, immer brutaler zur Kampfzone wird. Mit ihren Waffen, den „Buchstaben ihrer Tastatur“, würden „Schützen aus dem Hinterhalt“ „gezielt Personen ins Visier“ nehmen, „mit dem Ziel, sich über sie systematisch lustig zu machen, sie zu denunzieren, über sie gezielt Unwahrheiten zu verbreiten oder gar Psychoterror auszuüben“. Angegriffen werden im Text auch seit Jahren bloggende Journalisten auf dem Antville-Blog infam.antville.org. Die sind der Meinung, so anonym doch gar nicht zu sein.

4. Interview mit Roger Köppel
(persoenlich.com, Christian Lüscher)
Bei den Leuten, die sich unter Echtnamen angreifen, geht es derweil nicht gesitteter zu. Weltwoche-Chef Roger Köppel sieht sich genötigt, dem Ringier-Publizist Frank A. Meyer über seine Heterosexualität aufzuklären, nachdem dieser ihn in einem Text mit dem Titel „Laptoptäter“ als den „journalistischen Lustknaben“ des Politikers Christoph Blocher bezeichnet hat.

5. Interview mit Peter Studer
(sonntagonline.ch, Kurt-Emil Merki, Claudia Marinka)
Der ehemalige Presseratspräsident antwortet auf die Ideen der schweizer Ministerin Leuthard, die Gespräche mit den Medien, einen „Krisenstab“, gefordert hatte: „Das ist völlig überflüssig. Es gibt Gerichte, es gibt den Presserat und es gibt den Verein Qualität im Journalismus. Jeder kann eine Klage wegen Persönlichkeitsverletzung einreichen, auch ein Bundesrat. Und man kann zum Presserat gehen, das kostet nicht einmal etwas.“

6. „Teurer Schickimicki-Zaun – SF verschweigt die Kosten“
(blick.ch, Benno Kälin)
„Vor dem Fernsehstudio steht neuerdings ein protziger Zaun. Das Kunstwerk dürfte mehrere 100  000 Franken gekostet haben.“