H.-J. Jakobs, Lebrument, Nasenbluten

Hans-Jürgen Jakobs beleuchtet mit einem Buch Probleme bei sueddeutsche.de, Ueli Haldimann will sich vom Tages-Anzeiger nichts vorschreiben lassen und „die Bild-Zeitung führt sich auf, als ob ihr die Bundesrepublik gehört“. Die Presseschau.

1. „Medien zwischen Geld und Geist“
(derbund.ch, Daniel Goldstein)
„Was bleibt vom Renommee, wenn die Rendite alles diktiert? In den Medien noch weniger als in anderen Branchen, meint der deutsche Journalist und Buchautor Hans-Jürgen Jakobs. An Fallbeispielen zeigt er auf, wie schlecht sich schnelles Geld und schürfender Geist vertragen. Er plädiert für Qualität – auch im Internet und auch mit Staatshilfe.“

2. „Die Schleichwerbelinks von sueddeutsche.de“
(stefan-niggemeier.de)
Hans-Jürgen Jakobs (siehe Link 1) schreibt nicht nur Bücher, er hat auch einen Daytime-Job, er ist nämlich presserechtlich verantwortlich für das Angebot von sueddeutsche.de, das sich unter anderem durch ungenaue Abgrenzung zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung auszeichnet. Zitieren wir von oben: „An Fallbeispielen zeigt er auf, wie schlecht sich schnelles Geld und schürfender Geist vertragen.“

3. Interview mit Gerhard Henschel
(jungewelt.de, Reinhard Jellen)
„Die Bild-Zeitung führt sich auf, als ob ihr die Bundesrepublik gehört, inklusive Bundesregierung, Bundeskriminalamt und Bundesliga.“

4. Interview mit Hanspeter Lebrument
(tagesanzeiger.ch, David Vonplon)
Nach Artur Vogel vom Bund greift auch der Präsident des Verbandes Schweizer Presse die von der Regierung lancierte Debatte auf, die schweizer Medien hätten im Fall Schmid nur einseitig berichtet. Er zweifelt daran, dass die Studie des Soziologieprofessors Kurt Imhof überhaupt stichhaltig ist: „Nehmen wir als Beispiel die ‚Südostschweiz‘ (SO), die ich verlege. Die Zeitung vertrat eine völlig andere Auffassung in der Affäre Schmid als die Zürcher Medien. Das hat SO-Chefredaktor Andrea Masüger Herrn Imhof auch mitgeteilt. Dieser hat dann aber verlauten lassen, dass seinem Institut das Geld fehle, unsere Zeitung zu abonnieren.“

5. „Samuel Schmids Nasenbluten“
(cr.blog.sf.tv, Ueli Haldimann)
Der Chefredakteur des Schweizer Fernsehens wehrt sich gegen den Vorwurf, es sei unstatthaft gewesen, den Ausbruch von Nasenbluten beim zurückgetretenen Bundesrat zu zeigen: „Was soll daran ehrenrührig oder verletzend sein, wenn ein Bundesrat Nasenbluten hat? Schmids Gesundheitszustand hat im Zusammenhang mit dem Rücktritt ja auch einen Aussagewert.“ An seine Kritiker schreibt er: „Wollen wir uns in Zukunft vom Tages-Anzeiger vorschreiben lassen, was richtig ist?“

6. „Ausgebloggt?“
(dasmagazin.ch, Thomas Zaugg)
Thomas Zaugg ist es leid, „diese superkryptokritischen Medienbeobachtungsblogs“ zu lesen: „Menschen, die vor ihren Laptops sitzen und alles beobachten und lesen und jeden Tag irgendetwas zu kritisieren haben“, kommen ihm nicht auf sein MacBook Air. Allerdings hat er gemerkt, dass er selbst längst Blogger ist – bei Facebook.