Obama, Palin, BKA-Gesetz

Roger Schawinski als Krawallblogger, Hurra-Journalismus für Barack Obama, Faktenverdrehung beim Schweizer Fernsehen, keine Aufklärung der Watergate-Affäre mit BKA-Gesetz. Unsere tägliche Presseschau.

1. „Hurra-Journalismus“
(weltwoche.ch, Eugen Sorg)
„Wer die Berichterstattung über den US- Wahlkampf nüchtern mitverfolgte, wurde Zeuge eines erstaunlichen Vorgangs. Der Grossteil der Medien verschmolz zu einer Jubelgemeinde für Barack Obama. Solcherart Erscheinungen kennt man sonst nur noch aus innerasiatischen Ländern wie Usbekistan oder Turkmenistan, wo die Einheitsmeinung durch Schlägertrupps, Zensurbehörde und Kerker sichergestellt wird. In unseren Breitengraden vollzog sich die Transformation eines dem Geschäft der Aufklärung und Meinungsbildung verpflichteten Journalismus zum fahnenschwenkenden Fanclub freiwillig und freudig.“

2. „Sarah Palin in den Medien“
(faz.net, Matthias Rüb)
„Zum berüchtigten Kauf der Kleider für etwas mehr als 150.000 Dollar sagte Palin: ‚Das sind die Kleider des Republikanischen Nationalkomitees. Es sind nicht meine Kleider. Ich habe niemals jemanden gebeten, irgendetwas zu kaufen.‘ Im Übrigen habe sie ihre öffentlichen Auftritte als Vizepräsidentschaftskandidatin am liebsten in ihren eigenen Kleidern bestritten, im Nachhinein bedaure sie, dass sie sich zu sehr den Vorgaben der Wahlkampfmanager unterworfen habe.“

3. „Faktenverdrehung beim Schweizer Fernsehen“
(peterwalt.ch)
„Da ist man selber Teil einer Sendung, breitet seinen Fall in aller Ausführlichkeit vor der Kamera aus, auch die intimsten Details, und muss verwundert merken: Der Service Public verdreht die Fakten aufs gröbste.“

4. „Die Trash-Invasion aus Deutschland“
(persoenlich.com, Roger Schawinski)
Roger Schawinski ist ein begabter Krawallblogger! Er ärgert sich über den Trend, dass viele schweizer Eventmanager, denen das Selbstvertrauen fehlt, Moderatoren aus Deutschland einfliegen, um ihre provinziellen Veranstaltungen aufzupeppen. So zum Beispiel „Sonya Kraus, die sich seit Jahren ausschliesslich aufgrund ihres einzigen erkennbaren Assets, eines pausenlos penetrant in die Kamera gehängten Dekolletés“, profiliert habe. „Als einer, der das deutsche Fernsehen von ganz innen studieren konnte“, sagt er: „Wir sollten uns nicht kleiner machen als wir sind.“

5. „Schmerzhafte Trennung vom Papier“
(zeit.de, Silke Tittel)
„US-Zeitungen hoffen auf eine bessere Zukunft im Internet, denn die Print-Auflagen sinken. Zwei namhafte Blätter verabschieden sich jetzt vom gedruckten Wort.“

6. „Wenig Schutz für ‚Deep Throat'“
(sueddeutsche.de, Hans Leyendecker)
„Mehr als 30 Jahre blieb geheim, wer die Watergate-Affäre aufdecken half. Hätte es in den USA ein BKA-Gesetz gegeben, hätten Bob Woodward und Carl Bernstein ihren Informanten kaum schützen können.“