@BonitoTV, 9/11, Meinungsfreiheit

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „‚Bild‘ fällt erneut auf falschen Harald Schmidt herein“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Wieder einmal hält „Bild“ @BonitoTV für das Twitter-Konto von Harald Schmidt: „Wie oft ein falscher Twitter-Account auch nach mehr als einem halben Jahrzehnt noch große Medien-Marken in die Irre führen kann, ist verblüffend und erschreckend zu gleich.“

2. „Jetzt amtlich – 89.0 RTL musste Gewinnspielbetrug zugeben“
(fair-radio.net, Sandra Müller)
Der Radiosender 89.0 RTL wird von der Landesmedienanstalt verpflichtet, öffentlich bekanntzugeben, „dass seine Aktion ‚Tankwahnsinn‘ im vergangenen September gesetzeswidrig war“. Ausgestrahlt wurde die Bekanntgabe am 3.März, um 6:24 Uhr morgens, ohne Entschuldigung.

3. „‚Ich habe eine Meinung'“
(journalist.de, Stefan Niggemeier)
Dürfen Journalisten Aktivisten sein? Stefan Niggemeier schreibt: „Natürlich muss ein Journalist unabhängig sein, natürlich darf er sich nicht einem Verein, einem Unternehmen, einer Person verpflichtet fühlen, sondern nur einer Sache. Natürlich darf er kein Lobbyist sein. Aber er darf Überzeugungen haben und leidenschaftlich dafür kämpfen.“

4. „Einer von uns, irgendwie“
(sueddeutsche.de, Martin Wittmann)
Martin Wittmann zweifelt daran, dass US-Präsident Barack Obama Zeit findet, die Webserie „House Of Cards“ zu schauen: „Wahrscheinlicher ist, dass hier ein paar PR-Profis nicht konsequent zu Ende gedacht haben, als sie Obama als volksnahen Hipster verkaufen wollten.“

5. „Verschwörungstheorie!“
(heise.de/tp, Paul Schreyer)
Journalist Paul Schreyer erlaubt sich, den Wikipedia-Artikel zu 9/11 zu editieren. Und berichtet, was dann passiert. „Meine Frage an die selbsternannten Gralshüter der Wahrheit, nach welchen spezifischen Kriterien denn ‚verschwörungstheoretische‘ Texte von solchen unterschieden würden, die man als Quelle bei Wikipedia akzeptiert, blieb unbeantwortet. Man sei nicht da, um Auskünfte zu erteilen, hieß es dazu nur knapp. Die gesuchten Kriterien solle ich ‚durch eigene Lektüre herausfinden‘.“

6. „Wie man die Demokratie ruiniert“
(cicero.de, Alexander Marguier)
Alexander Marguier greift den Abbruch einer Podiumsdiskussion mit Thilo Sarrazin auf: „Eine Diskussion über Meinungsfreiheit zu verhindern, weil einem die Meinung eines der Beteiligten nicht passt, darauf muss man erst einmal kommen. Ob die Randalierer jetzt zufrieden sind? Der Sieg, den sie nach Abbruch der Veranstaltung gestern vor dem Berliner Ensemble feierten, war ein Triumph der Denkfaulheit, der Intoleranz, der Sprechverbote. So ruiniert man eine Demokratie.“ Siehe dazu auch ein Interview mit Claus Peymann (welt.de, Lucas Wiegelmann).