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Ein Totenschiff im Springer-Verlag, die Verbravung der schweizer Journalisten und Updates bei den Google Page Ranks. Unsere wochentägliche Presseschau.

1. „Die EU kauft Berichterstattung ein“
(faz.net, Hajo Friedrich und Martin Wittmann)
„Man staunt und glaubt es kaum: Die EU zahlt für genehme Berichte. Propaganda sei das nicht, heißt es in Brüssel auf die Frage nach der seit Jahren geübten Praxis. Doch was ist es dann?“

2. „Springers Abschiebebahnhof“
(taz.de, Günter Herkel)
„Mit der Beilage ‚Gesund‘ legt die 2007 gestartete Entwicklungs- und Serviceredaktion von Springer einen seltenen Tätigkeitsnachweis vor. Vom ‚Totenschiff‘ ist die Rede.“

3. „Google-PageRank: F.A.Z. und Süddeutsche legen zu“
(faz-community.faz.net/blogs/netzkonom, Holger Schmidt)
„Google hat den PageRank abermals aktualisiert. Wie Sistrix schreibt, ist der PageRank vieler Seiten gestiegen. Unter den Medienseiten haben FAZ.NET und Sueddeutsche.de ihren Wert von 7 auf 8 erhöht; die Werte der anderen Seiten, die in der Grafik aufgeführt sind, sind gleich geblieben. Der Maximalwert beträgt 10.“

4. „Uri Geller sucht Außerirdische. Auf dem Jupiter.“
(medienrauschen.de, Thomas Gigold)
Radiowellen sind ziemlich schnell, sie „bewegen sich im Vakuum mit 299.792,5 Kilometer pro Sekunde fort“. Aber so schnell, als dass Uri Geller in einer bald auf Pro7 zu sehenden Sendung Kontakt mit dem Jupiter aufnehmen könnte, sind sie auch wieder nicht.

5. „Mit Journalismus hat das nichts mehr zu tun“
(main-rheiner.de, Janina Plato)
David Witzthum, Moderator und Chefredakteur im Ersten Israelischen Fernsehen, erklärt bei einem Vortrag seinen Arbeitsalltag: „‚Von 7 bis 19 Uhr sitze ich in der Redaktion in Jerusalem, die Kopfhörer griffbereit und warte darauf, dass ein Anschlag passiert.‘ Ist es soweit, eilt er, genauso wie seine Kollegen der zahlreichen Privatsender, in das Aufnahmestudio und setzt sich vollkommen unwissend vor die Kamera.“

6. „Die Verbravung der Schweizer Journalisten“
(stoehlker.ch/weblog, Fred David (Kommentar))
„Wer sich als Journalist nicht artig verhält, erhält keine Informationen mehr, keine Interviews, er wird aus sogenannten Hintergrundzirkeln ausgeladen etc. Die Verbravung der Schweizer Journalisten ist schon sehr weit fortgeschritten. Affären wie etwa der Fall Nef kommen nur ans Licht, wenn Interessengruppen wollen, dass sie ans Licht kommen. Das ist eher selten. Meistens wollen Interessengruppen, dass etwas nicht ans Licht kommt. Und dann kommt es nicht ans Licht, wenn das pressure potential gross genug ist.“