Bravo  

Gaga-Selbstmord

Vorsicht! Ihre Augen könnten jetzt etwas überfordert werden:

Ausriss: "Bravo", Nr. 33 vom 7. August 2013

So sieht sie heutzutage aus, die „Bravo“. Sympathisch, nicht wahr?

Aber nicht nur deswegen ist der „Marktführer bei den deutschen Jugendzeitschriften“ eine echte Herausforderung für die Sinne. Kleine Kostprobe aus der Titelgeschichte („Jus, du Opfer!“):

Allein im letzten Jahr hat er [Justin Bieber] fast 45 Millionen Euro verdient! WTF??! ‚Ne Menge Kohle! Tja, und dass er eine Rich-Bitch ist, lässt der Mädchenschwarm auch raushängen. Mindestens sieben Karren stehen bei ihm in der Garage – alle nach seinen persönlichen Wünschen gepimpt. […] Boah, geht’s noch prolliger? Jup, bei Biebs schon!

Den Rest des Artikels („Billo-Schlampen“, „Asi-Aktionen“, „Ghetto-Freunde“) überspringen wir jetzt mal. Denn ein paar Artikel später wird es noch idiotischer:

Lady GaGa - Selbstmord-GEFAHR! Wie schlecht geht es ihr wirklich?

Für die „Selbstmord-Gefahr“ von Lady Gaga hat die „Bravo“ genau vier Belege:

Nummer eins: Lady Gaga hat abgenommen!
Nummer zwei: Ohne Make-Up sieht man Lady Gagas Augenringe!
Nummer drei: Bei irgendeiner Party wirkte sie „völlig abwesend“!

Und ganz besonders Nummer vier:

[Foto von Lady Gaga, auf dem sie ein Shirt mit der Aufschrift "Suicidal Tenencies" trägt]

Es wird immer schlimmer! Jetzt zeigte sich die 27-Jährige in ihrer Heimatstadt im T-Shirt mit dem Aufdruck „Suicidal Tendencies“ = „Selbstmordgedanken“!

Dieser „Style“ wirke „wie ein Hilferuf“, findet die „Bravo“. Na ja — man kann das Ganze allerdings auch weit weniger dramatisch deuten. Denn „Suicidal Tendencies“ ist eine Band.

Im Text selbst und in der Vorabmeldung der „Bravo“ ist davon nichts zu lesen. Aber immerhin in der Bildunterschrift — die „Bravo“-Leute wussten also ganz genau, dass es sich um ein Bandshirt handelt.

Da kann man nur froh sein, dass Lady Gaga nichts von den „Satanic Surfers“ anhatte. Oder den „Dead Kennedys“. Die Schlagzeilen zu „Fury in the Slaughterhouse“ oder „Pulled Apart By Horses“ hätten uns dann allerdings doch interessiert.

Via PitCam (Facebook).
Mit Dank an caravanshaker.