Überwachungsskandal, Jobsuche, Bundesliga

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Der unverstandene Skandal“
(ndr.de, Video, 4:51 Minuten)
Seit vielen Wochen berichten Journalisten über Überwachungsskandale – beim Konsumenten kommt die Brisanz der Lage aber nicht so richtig an.

2. „Über den Mangel an Empörung nach einem Riesenskandal“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Man könne sich eben „nicht unbegrenzt oft aufregen“, versucht Harald Martenstein die Lage zu erklären: „Alle Medien sollten berücksichtigen, dass zwischen zwei Skandalen eine Karenzzeit von mehreren Monaten liegen muss und dass kein Mensch unbegrenzt viele Skandale gleichzeitig verarbeiten kann.“

3. „Revolutionen sind unangenehm“
(spiegel.de, Mario Sixtus)
Mario Sixtus schreibt über Zeitungen. „Es ist einfach purer Irrsinn, tonnenschwere, containergroße Papierrollen einzukaufen, in fußballfeldgroßen Druckmaschinen mit Bildern und Buchstaben zu bestreuen, dann zu zerschneiden, zu falten und schließlich mit Güterwagen und Lkw zu Verkaufsständen und Abonnenten im ganzen Land zu karren, damit sich jeder Leser vielleicht 20, 30 oder 40 Minuten damit beschäftigt, bevor er sich um die Entsorgung des dann nur noch als Info-Müll angesehenen Papierberges kümmern muss.“

4. „Auftragsarbeiten“
(journalist.de, David Selbach, Olaf Wittrock und Annika Janßen)
Corporate Content im Onlinejournalismus: „Allerlei Verlage bieten Dritten nämlich inzwischen die eigenen Auftritte als Plattform feil, um dort ihre Botschaften zu verbreiten. Und das nicht mehr nur klassisch in Form von Werbung, sogenannten Content-Anzeigen, Advertorials oder gesponserten Online-Specials. Nein, Onlinemedien übernehmen zunehmend auch Beiträge aus fremder Feder als Gastkolumne oder Blog.“

5. „Schluss machen und Luftschlösser“
(antiprodukt.de)
„Ich versuche seit drei Jahren ‘mein Leben in die Hand zu nehmen’ und merke, dass mein Leben überhaupt nicht in meinen Händen liegt“, schreibt antiblog über ihre Jobsuche. „Im Schnitt schreibe ich 150 Bewerbungen im Jahr. Ich war bei mehreren Coachings, Beratungsstellen, Personalern. (…) Die Rückmeldungen und Bewerbungsgespräche der letzten Jahre lassen sich an einer Hand abzählen. Wenn es mal soweit kam, kam ich immer mindestens in die zweite Runde.“

6. „Als die Bundesliga laufen lernte“
(ardmediathek.de, Video, 43:56 Minuten)
Fußball: Ein Rückblick auf den ersten Spieltag der Bundesliga am 24. August 1963.