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Heute in der Presseschau: Schlemmen am Buffet dank falscher Akkreditierung. AP auf neuen Wegen. Stefan Aust wundert sich über Journalisten, die Angst haben vor ihrem Chefredakteur.

1. „Sarah Palin – Das Paradox aus der Provinz“
(faz.net)
„Woher auch immer der Verdacht kommt, dass es schon reicht, aus einer dünn besiedelten Region zu kommen, um bei der chronisch metropolitanen öffentlichen Meinung in Ungnade zu fallen: er ist auf dem besten Weg, zum globalen Merkspruch zu werden. Die Medien, das weiß man von Alaska bis in die Pfalz, haben sich gegen die Provinz verschworen.“

2. Stefan Aust im Interview
(zeit.de, Christoph Amend und Giovanni di Lorenzo)
„Wir erwarten von unseren Mitarbeitern, dass sie sich mit den Regierenden anlegen, dass sie in Krisengebiete reisen. Wer das tut, hat keine Angst vor einem Chefredakteur, der ja auch nur ein Angestellter ist. Und wer vor ihm Angst hat, ist beim Spiegel fehl am Platz. Ich glaube, das ist auch nur eine dieser Legenden, gestreut von Leuten, die generell Angst vor einem offenen Wort haben, die lieber intrigieren und aus dem Hinterhalt agieren.“

3. „Wenig ‚falsche Journalisten‘ in der Schweiz“
(presseverein.ch)
„Falsche Journalisten? Vor allem in England, Italien und Kanada gibt es offenbar Dutzende Zeitgenossen, die sich akkreditieren zum gratis Reisen, Essen, Schlafen, aber eine geplante Berichterstattung bloss vortäuschen.“

4. „Umbruch bei Associated Press“
(dradio.de/dlf, Gerti Schön)
„Associated Press, Amerikas größte Nachrichtenagentur, wurde vor 162 Jahren von Tageszeitungen gegründet. Mittlerweile aber macht die Agentur vor allem mit den ärgsten Konkurrenten der Printpresse gute Geschäfte und liefert beispielsweise für Google oder Yahoo die Inhalte. Die Zeitungen reagieren verärgert und fangen an, der AP die Treue aufzukündigen.“

5. „Give Facts A Chance“
(coffeeandtv.de, Lukas)
Wann wurde John Lennon erschossen? Die Welt am Sonntag und Bild können sich nicht richtig daran erinnern.

6. „A No-Paper Newspaper“
(newsweek.com, Daniel McGinn)
Besonders weit weg scheint die elektronische Zeitung nicht mehr zu sein. Russell Wilcox, CEO von E Ink, sagt: „You’ll see, in the next 12 to 18 months, a wave of electronic-newspaper devices.“