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Nur Kunst und Mode bleiben, alles andere wird verschwinden. Doch auch Oli Kahn bleibt: Sein neuer Arbeitgeber ZDF zahlt Millionen für die Rechte an seinem Abschiedsspiel. Unsere Presseschau.

1. Die Chefredakteurin von brand eins im Interview
(meedia.de, Oliver Scheiner)
Gründerin und Chefredakteurin Gabriele Fischer: „Ich sehe zwar einige neue Titel im Zeitschriftenhandel, aber da ist nichts wirklich Neues dabei. Die sind alle nach dem Strickmuster ‚Der Weiße Hai Teil II‘ gestrickt – alles Dritt- oder Viert-Verwertungen. Das sind für mich keine neuen Ideen.“

2. „Das neue Modebewußtsein der Magazine“
(taz.de, Tobias Rapp)
„Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass langfristig nur zwei produktorientierte Kulturindustrien übrig bleiben werden. Kunst und Mode. Die Tonträger verschwinden. Sobald die Übertragungsgeschwindigkeiten und Speicherkapazitäten groß genug sind, wird die Filmindustrie in Schwierigkeiten kommen. Und mit dem ‚Kindle‘ wird demnächst das erste elektronische Buch mit Massenappeal auf den Markt kommen. Bleiben Kunst und Mode.“

3. „Fernsehen spielt online fast keine Rolle“
(spiegel.de, Jan-Philipp Hein)
Fernsehkritiker David Harnasch alias B-Arbeiter sitzt mehrere Stunden an seinen Beiträgen, die wenige Minuten lang sind. Er soll einer der wenigen Fernsehkritiker sein, denn das Medium sei nicht mehr kritikwürdig.

4. „Die GEZ-Verschwendung mit Oliver Kahn“
(welt.de, Antje Hildebrandt)
„Kaum sind die Klagen über Gebührenverschwendung beim Zweiten Deutschen Fernsehen verstummt, bahnt sich neuer Ärger an: Für das Abschiedsspiel des ehemaligen Nationaltorhüters soll der Sender doppelt so viel wie für ein gemeines Spiel im Uefa-Cup gezahlt haben – und das, obwohl der eigentliche Star fehlte.“

5. „Blogger als Journalisten: Was ‚die Neuen‘ können“
(medianet.at, Matthias G. Bernold)
„Dass die Blogger in die erlauchten Kreise der renommierten Medien eindringen konnten, hat auch mit deren Schwäche zu tun. Als der zweite Irakkrieg losbrach – ließen sich selbst hervorragende Zeitungen wie die New York Times in die Regierungspropaganda einspannen. Es waren unabhängige Blogger, die Widersprüchlichkeiten anprangerten.“

6. „Gutes Fernsehen erst nach Mitternacht?“
(ringfahndung.de)
„Jeder darf sich jetzt gerne selber fragen, wieso drei der vier Fernsehtipps des Hamburger Abendblattes von heute (Ausriss) nach Mitternacht beginnen!“