Die Zuschauer, Lerchenberg, Krimis

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „RTL sucht das Superproblem“
(ulmen.tv, Peer Schader)
Wie RTL mit „Die Zuschauer“ ein an sich interessantes TV-Format vermurkst: „Ein schöneres Beispiel dafür, wie man mit einem komplett verkorksten Kandidatencasting aus einer eigentlich originellen Fernsehidee vollständig die Luft rauslässt, hat es lange nicht gegeben.“ Siehe dazu auch „Die Sache mit den im Ausland gefeierten Formaten“ (dwdl.de, Thomas Lückerath).

2. „Sascha Hehn als Problem“
(freitag.de, Matthias Dell)
Matthias Dell widmet sich den der ZDF-Sitcom „Lerchenberg“ (erste Folge heute, 22:45 Uhr, ZDFneo) vorauseilenden Lobgesängen und fragt sich, wieso „man mit dem deutschen Fernsehen immer schon zufrieden ist, wenn es sein dröges Einerlei überhaupt einmal variiert.“

3. „‘Mit Brachialgewalt Aufmerksamkeit erregen’“
(jungewelt.de, Thomas Eipeldauer)
In der „jungen Welt“, dem ehemaligen Zentralorgan der FDJ, spricht Wolfgang Storz über „Bild“: „Es gibt keinen Beleg, daß Bild mit seinen Kampagnen das politisch ausdrückt, was die Mehrheit der Bürger denkt und will. Die große Mehrheit der politischen Klasse geht jedoch davon aus und sieht in dem Produkt einen Kompaß. Es ist nicht ausgeschlossen, daß dies ein sehr folgenschwerer Irrtum ist.“

4. „Küss meinen Hintern, Zicke!“
(sueddeutsche.de, Bernd Graff)
Bernd Graff vergleicht Krimis in Deutschland und den USA: „Denn Tat und Täter stehen hierzulande immer noch ein als Indizien für eine gesamtgesellschaftliche Problematik, einen allgemeinen Missstand, der im ‘Fall’ nur auf den Punkt gebracht ist: Die vernachlässigte Alleinerziehende, der schlimme Menschenhandel, die Korrumpiertheit der Mächtigen. Jeder gelöste Kriminalfall im deutschen Krimi ist darum auch ein Stück Sozialhygiene und bringt die Welt wieder ein Stück in Ordnung.“

5. „Wer kritisiert die Medien?“
(vocer.org, Klaus Pflieger)
„Wo waren die Medien über Jahre hinweg, als die sog. Döner-Morde und schließlich der Kiesewetter-Mord geschahen?“, fragt der württembergische Generalstaatsanwalt, Klaus Pflieger: „Wann haben sie sich selbst oder öffentlich die Frage gestellt, ob hinter dieser Mordserie Rechtsterroristen stehen könnten? Wenn man – wie die Medien – in der komfortablen Position ist, dass man andere zu kontrollieren hat, aber selbst – praktisch – nahezu nicht kontrolliert wird, läuft man Gefahr, sich selbst nicht kritisch zu beurteilen. Wer aber erlaubt sich unter den Betroffenen, an zweifelhafter Medienarbeit Kritik zu üben? Grundsätzlich niemand, weil bei einer Kritik häufig unter den Medien ein Solidarisierungseffekt zu beobachten ist, der die Kritik an den Medien entweder ignoriert oder mit dem Argument, dies sei ein Angriff auf die Pressefreiheit, mundtot macht.“

6. „BER, Stuttgart 21 und Elbphilharmonie werden zu riesigem ‘Bad Bau’ zusammengelegt“
(der-postillon.com)

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