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„Nur: Sie sind nicht wahr“

Gestern abend berichtete die ARD in ihrer Reihe „Die großen Kriminalfälle“ über den Altenpfleger Olaf Däter, der 2001 in Bremerhaven innerhalb von nur zehn Tagen fünf seiner ehemaligen Patientinnen getötet hatte und dafür zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist.

„Bild“ über Däter:


„Er feierte Sexorgien und Champagner-Partys mit den teuersten Huren seiner Stadt. (…) Nach dem Mord feierte er Liebesnächte im Bordell (…).“

Däter hatte zur Tatzeit eine Beziehung zu einer Prostituierten, und in der Sendung hieß es dazu: „Als das bekannt wird (…), stehen in einer Zeitung, die besonders gerne besonders große Buchstaben druckt, sensationelle Geschichten über Olaf Däter [siehe Kasten] – nur: Sie sind nicht wahr.“ Die im Prozess für den Fall Däter zuständige psychiatrische Gutachterin Nahlah Saimeh (die Däter übrigens laut ARD vor Gericht für voll schuldfähig erklärte) sagte:

Nach allen Informationen, über die ich persönlich verfüge, ist es vollkommen das Gegenteil gewesen: also ein Mann, der eher sich scheut, sexuelle Kontakte mit Frauen einzugehen; man möchte fast wirklich eher sagen: sowenig wie möglich – aus was für Gründen auch immer, auch die waren nicht zu hinterfragen. Aber der Sexbesessene, der alte Frauen deshalb umbringt, um irgendwelche Bordell-Orgien zu feiern, das war vollkommen falsch.

(…) Er hatte diese Prostituierte kennengelernt, hatte sie aber eigentlich nicht als Prostituierte, als Dienstleisterin angesehen, sondern hatte mit ihr sehr viel gesprochen, sich mit ihr sehr viel unterhalten und dafür Geld gezahlt und in gewisser Weise das für sich als Beziehung, als Freundschaft angesehen.

Aber soweit reicht die Fantasie von „Bild“ wohl nicht.