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Die Pravda mit einem sehr einseitigen Artikel über den Konflikt in Südossetien, Journalismus in China ist im Kommen und die ARD hat sich mal wieder einen regelrechten Scheiss erlaubt. Heute in unserer Presseschau.

1. „Russia: Again Savior of Peace and Life“
(english.pravda.ru, Lisa Karpova)
Wie auch faz.net berichtet, sehen russische Medien Russland als Friedensbringer. Die Gegenseite wird so geschildert: „Georgian troops attempted to storm the city much as Hitler‘s Panzer divisions blazed through Europe“. Der georgische Präsident Micheil Saakaschwili wird als aufgeblasener Clown beschrieben. Wer mal einen richtig einseitigen Artikel lesen will, ist mit diesem in der Pravda gut bedient.

2. Chinas neue Blätter
(faz.net, Luo Lingyuan)
„Der Zeitungsmarkt in China wächst. Auch wenn kritische Kommentare gefährlich und politische Spekulationen nahezu unbekannt sind, ist die Berichterstattung freier geworden. Die neuen Blätter sind human, leserfreundlich, informativ und – objektiv.“

3. „Ich habe die Zukunft der Nachrichten gesehen“
(blog.metaroll.de, Benedikt Köhler)
„In Zukunft werden Schlagzeilen von uns selbst gemacht. Im Internet.“

4. „Die Menschen werden nicht dümmer“
(brainblogger.de, Patrick Breitenbach)
Der Brainblogger zur Spiegel-Frage, ob das Internet uns dumm mache: „Sollte es also diese beschriebene Verdummung tatsächlich geben, so fällt dies leider immer wieder auf die klassischen Medien (Boulevard-TV-Radio-Presse) zurück. Sie sind die eigentlichen Erfinder der ’sinnlosen‘ Informationsflut. Oder gibt es meinem Leben einen Nutzen oder Sinn, wenn ich lese, dass sich Boris Becker verlobt?“

5. „20 Jahre ideelles Gesamtfeuilleton“
(konkret-verlage.de, Ralf Schröder)
„Zum Jubiläum präsentiert sich die Kulturzeitschrift ‚Lettre International‚ sendungsbewußter denn je.“

6. „Neuer ARD-Skandal“
(eleph.antville.org, yam)
„Nach dem Drama um die falsche Fahne leistet sich die ARD den nächsten Scheiß.“