Seemannsgarn

Hamburger Abendblatt

Heute wollen wir noch einmal kurz auf das „Hamburger Abendblatt“ zurückkommen. Dort erfindet der nette Herr Chefredakteur nämlich nicht nur drollige Kampagnen, sondern beantwortet immer dienstags auch Leserzuschriften – und wir haben ein Déjà Vu. Aber nicht deshalb, weil das Foto von ihm dasselbe ist, das offenbar noch aus seiner Zeit als Chefredakteur der „Bild am Sonntag“ stammt, sondern auch die Masche.

So hat der ehemalige „BamS“-Chef – angeregt durch eine Leserzuschrift – einen Leser-Aufruf zur Rettung des „Hamburgischen“ gestartet („Das Abendblatt-Hamburg-Wörterbuch“) und schrieb dazu vergangenen Dienstag an „Abendblatt“-Leserin Erica K. aus Norderstedt:

Unser Aufruf (…) hat offenbar einen Nerv getroffen. Viele Menschen in dieser ganz besonderen Stadt spüren: Hamburg wird ärmer, wenn wir das Hamburgische verlieren. Aber nicht nur das. Die „Süddeutsche Zeitung“ hat über die Abendblatt-Initiative berichtet. Und bis heute melden sich Hamburger, die nun in einer anderen Stadt leben müssen, voller Heimweh – und mit sprachlichen Anregungen.
(Hervorhebung von uns.)

Und damit Erica K. aus Norderstedt weiß, was der Chefredakteur ihrer Tageszeitung damit meint, wenn er ihr schreibt, dass die „Süddeutsche Zeitung“ über die Abendblatt-Initiative berichtet habe, zeigen wir ihr hier mal den kompletten Bericht:

Die SZ „berichtet“:

„Das Hamburger Abendblatt will künftig mehr typisch hamburgische Wörter verwenden. Chefredakteur Claus Strunz sicherte am Dienstag in einer Kolumne zu, künftig ‚Schlachter‘ statt ‚Metzger‘ zu schreiben. Der ‚Schreiner‘ werde wieder ‚Tischler‘ genannt. Auch solle es ‚Rundstück‘ heißen und nicht ‚Semmeln‘ oder ‚Schrippen‘. Unschlüssig sei sich die Redaktion jedoch, ob für katholische Geistliche der Begriff ‚Pfarrer‘ oder ‚Pastor‘ verwendet wird.“

Ach ja: Die 12-zeilige Übernahme einer ähnlich kurzen Meldung der Nachrichtenagentur epd trägt die Überschrift: „Was macht Strunz?“