VDZ, Konvergenz, @russian_market

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Gerücht über Weidmann-Rücktritt lässt Eurokurs fallen“
(faz.net, Stefan Ruhkamp)
Ein vom Twitter-Konto @russian_market verbreitetes Gerücht, der Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, sei zurückgetreten, führt zu einem zwischenzeitlichen Einbruch des Euro. „Der Euro sackte am Morgen gegen zehn Uhr für kurze Zeit um einen Cent auf 1,3250 Dollar je Euro ab.“

2. „Konvergenz ist keine Strategie“
(blogs.tageswoche.ch, Peter Sennhauser)
Konvergenz sei in Medienhäusern „nicht viel mehr als eine organisatorische Anpassung, welche die eilends geschaffenen zusätzlichen Online-Redaktionen mit der traditionellen, dominanten und prestigeträchtigeren Print-Redaktion verheiraten soll“, schreibt Peter Sennhauser. „Diese Massnahme greift aber genau deswegen zu kurz, weil sie die Tradition des behäbigen Print-Journalismus mit all seinen Abläufen und Gewichtungen auf eine neue Plattform hievt (was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass NZZ, Tages-Anzeiger und 20Minuten alle den Print-Chefredaktor zum Chefredaktor der konvergenten Redaktion erkoren haben).“

3. „‘geschwätz’ ins netz stellen“
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel schreibt über den „Spiegel-Online“-Artikel „Familie Schmidt in Nordkorea: Alles sehr merkwürdig“, der sich seinerseits mit einem Text der 19-jährigen Sophie Schmidt befasst.

4. „Verleger gegen EU-Überwachung: ‘Mit freier Presse nicht vereinbar’“
(faz-community.faz.net, Jan Hauser)
Deutsche Verlegerverbände wenden sich gegen Vorschläge zu einer Medienüberwachung: „Für den Zeitschriftenverlegerverband VDZ lässt die Sicht des Berichts auf Pressefreiheit aufhorchen: Man beklage politische Einflussnahme und übe sie gleichzeitig aus. Man setze auf staatliche Co-Regulierung statt auf Selbstregulierung. ‘Seit wann braucht freie Presse eine Zulassung, die entzogen werden könnte?’, sagte ein Verbandssprecher dieser Zeitung. Wer Lizenzen vergeben möchte, übe Kontrolle aus, teilte der BDZV mit. ‘Der Weg zu staatlicher Zensur ist dann nicht mehr allzu weit.’“

5. „Lügen fürs Leistungsschutzrecht (3)“
(stefan-niggemeier.de)
Der Verband der Zeitschriftenverleger (VDZ) „erfindet im Kampf für ihr eigenes Gesetz ein parlamentarisches Votum, das es nicht gibt, um die angeblichen Unwahrheiten und die Demokratiefeindlichkeit von Google anzuprangern“ (und korrigiert sich nach Kritik daran).

6. „Commenters, We Want You Back“
(techcrunch.com, englisch)
Vor rund zwei Jahren lagerte TechCrunch seine Kommentare an Facebook aus. „Now (…) we’ve decided we’re going to try out Livefyre instead of Facebook Comments.“