Ohne fremde Hilfe

Gestern meldete die „Financial Times Deutschland“ mit 91 Wörtern auf Seite 6, dass „Bild“ „nach den Auflagenrückgängen der letzten Jahre nun auch Leserverluste verkraften“ müsse und laut aktueller Media-Analyse 60.000 Leser weniger als im Vorjahr erreiche. Der tatsächliche Minuseffekt sei jedoch wegen einer Methodenänderung wahrscheinlich noch größer.

Heute korrigiert die „FTD“ mit rund 100 Wörtern auf Seite 5:

„Uns [ist] leider ein schwerer Fehler unterlaufen. So heißt es in der Meldung, die ‚Bild‘-Zeitung habe aufgrund einer geänderten Auswertungsmethode deutlich an Reichweite verloren. Das ist jedoch nicht der Fall, da die Änderung nur für Zeitschriften gilt, nicht jedoch für Zeitungen.“

Und „Bild“ triumphiert mit 116 Wörtern auf der Titelseite:

„Falscher Bericht über Leserreichweite. (…) Die Chefredaktion der ‚Financial Times Deutschland‘ entschuldigt sich öffentlich für einen falschen Bericht über die Leserreichweite von BILD! Die Zeitung hatte in ihrer Donnerstag-Ausgabe behauptet, dass BILD auf Grund einer geänderten Auswertungsmethode deutlich an Reichweite verloren habe (…).“

Dass das Boulevardblatt im Vergleich zum Vorjahr 60.000 Leser weniger hat, ist zwar keine Katastrophe, stimmt allerdings trotzdem (und steht natürlich nicht dabei).

Fassen wir also zusammen: „Bild“ hat nicht aufgrund einer geänderten Auswertungsmethode Leser verloren, sondern ganz ohne fremde Hilfe.