Reality-TV, Absolute Mehrheit, Bürgerpflicht

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Reality-TV: Was für Opfer!“
(dastandard.at, Olja Alvir)
Hinter den Kulissen des österreichischen Reality-Fernsehens: „Bei besonders fürchterlichen, idiotischen und peinlichen Kommentaren und Szenen spürt man die Begeisterung und Erleichterung der Crew. Produktionsleiterin und Kameramann tauschen dann vielsagende Blicke aus: Das wird grandios! Nur noch richtig zusammenschneiden, spöttisch kommentieren, mit zweideutiger Musik unterlegen. ‘Ganz toll hast du das gemacht!’, lobt die Leiterin und Regisseurin dann K. und uns.“

2. „Politik für alle“
(freitag.de, Jana Hensel)
Mit der neuen Pro7-Talkshow „Absolute Mehrheit“ kündige sich – endlich – ein Epochenwechsel an, glaubt Jana Hensel. Zu oft werde über Politik in „einer Sprache geredet, die an Briefe vom Finanzamt erinnern“.

3. „Falsches Moralisieren über den Tod der ‘Frankfurter Rundschau’“
(hogenkamp.com)
Peter Hogenkamp erinnert daran, dass die meisten Leute Zeitungen abonniert haben, weil sie sich davon einen Nutzen versprechen, und nicht, weil „sie das als ihre Bürgerpflicht empfinden“. Siehe dazu auch „‘Kein Redakteur möchte nur Gratis-Inhalte schreiben’“ (kress.de, Christine Lübbers) und „Der zeitungsfressende Chefredaktor“ (blog.persoenlich.com, Benedict Neff).

4. „Über Veränderungen im Rezensionsjournalismus der Tageszeitungen“
(funkkorrespondenz.kim-info.de, René Martens)
„Medien werden, um es bewusst pauschal zu formulieren, immer wichtiger“, schreibt René Martens: „Politische Skandale und Krisen werden oft quasi automatisch ein Thema für den Medienjournalismus, weil es sich aufdrängt, auch zu analysieren, wie die Kollegen über diese Themen berichten, wie sie sich an Inszenierungen beteiligen, wie sie sich instrumentalisieren lassen.“

5. „Stray penises and politicos“
(davidsimon.com, englisch)
Anlässlich der aktuellen Berichterstattung über David Petraeus erinnert sich David Simon daran, wie er aufhörte, als Journalist über das Sexualleben anderer zu schreiben: „I told myself that I wasn’t in journalism to chase something so ordinary, so adolescent as other people’s sexuality, that I wouldn’t play this game, that there were better reasons to be a reporter, and there were better things for readers to consume.“

6. „Neues TV-Format: extra 3 hilft!“
(ndr.de, Video, 2:46 Minuten)

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