Wir müssen leider draußen bleiben VII (Nachtrag)

Heute berichtet auch die „Süddeutsche Zeitung“ aus Dubai über das dortige FC Bayern München-Training – bzw. über die eigenartige Berichterstattung deutscher Boulevardmedien und darüber, wie „ein geringstfügiger Anlass (…) in der teuflischen Maschinerie zur landesweiten Sensation geraten“ war. Mit anderen Worten: Irgendwie liest sich die Geschichte in der „Süddeutschen“ (S.27) ganz anders als gestern in „Bild“. Nämlich so:

„Tatsächlich, soviel lässt sich mit Bestimmtheit sagen, geht es ruhig und gelassen zu im Münchner Quartier. Keine besonderen Vorkommnisse. Warum auch?“

Denn über den „Pöbel-Fall Kahn“ („Bild“) – also darüber, dass Bayern-Torwart Oliver Kahn während des Trainings auf üble Weise seine Trainer beschimpft habe – müsse, so die „Süddeutsche“, „eigentlich nicht berichtet werden, denn es stimmt ja nicht.“ Dass Kahn seine Trainer „irgendwie beschimpft“ habe, wie verschiedene Boulevardzeitungen (die ihrerseits keine Korrespondenten vor Ort haben) unter Berufung auf zwei „Zeugen“ berichtet hatten, sei „wohl richtig“, doch:

„Zur Skandalgeschichte taugt das eigentlich nicht.“

Und hier kommt nun die „Bild“-Zeitung ins Spiel: „Kahn drohte dem Vertreter von ‚Bild‘, der die Geschichte aufgetan hatte, mit juristischer Gegenwehr“, schreibt die „Süddeutsche“ und fasst schließlich die „besonders perfide“ Berichterstattung in „Bild“ wie folgt zusammen:

„Die Zeitung, die für ihre Berichterstattung zuletzt von Kahn regelmäßig verklagt wurde, verfolgte die Story weiter, indem sie die Schlagzeilen der anderen Boulevardmedien präsentierte – die wiederum ihre Informationen ausschließlich vom örtlichen Bildreporter erhaltenen hatten.“

Mit Dank an Hendrik G. für den Hinweis.