Asylbewerber, DSDS, Richard David Precht

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „DSDS: Pensionist klagt RTL nach Verspottung“
(kurier.at, Ricardo Peyerl)
Ein österreichischer Rentner klagt erfolgreich gegen die RTL-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“, in der er als „Monster“ dargestellt wurde: „RTL zahlte freiwillig 9000 Euro Entschädigung und fand das ‚äußerst großzügig bemessen‘. Mithilfe seines Anwalts Josef Wegrostek klagt Herbert P. im Landesgericht Korneuburg nun weitere 21.000 Euro Schmerzensgeld ein.“

2. „taz-Korrektor: ‚Ein durch und durch niederschmetternder Job'“
(blogs.taz.de/hausblog, Friederike Gräff)
Robert Matthies berichtet von seiner Arbeit als Korrektor bei der „taz“: „Ich habe zwei Wochen lang die Fehler gezählt, die ich herausgenommen habe. Im Durchschnitt waren es bis zu 100 pro Ausgabe, also 25 Fehler pro Seite. Es ist eine unsichtbare, aber wesentliche Arbeit, die das Korrektorat da macht, gemeinsam mit den Chefs vom Dienst.“

3. „Ausführlich: #azonline mag #Wikipedia! #stich #duden“
(twitlonger.com, NewsMän)
Eine Analyse eines Artikels zum Tod des Politikers Otto Stich: „Eigentlich wollte ich nur über die vielen Tippfehler und die inhaltlichen Fehler schreiben. Dabei fiel mir aber auf, dass ein nicht kleiner Teil des Artikels von Wikipedia übernommen wurde.“

4. „Liebe Verleger, fallt mir nicht auf Philosoph Precht herein“
(ralfschwartz.typepad.com)
Ralf Schwarz beschäftigt sich mit Aussagen von Richard David Precht, der „mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für Printmedien“ die Grossotagung in Baden-Baden „gerockt“ habe, wie auf wuv.de zu lesen ist.

5. „Rederepublik Deutschland: Sind die Online-Medien schuld?“
(security-informatics.de)
Eine Auswertung von Sprachhandlungs- und Kommunikationsverben in einem Vergleich der Printarchive von „Zeit“ und „Spiegel“ sowie dem Archiv von „Spiegel Online“: „In allen Gazetten schreiben Journalistinnen und Journalisten darüber, was Menschen darüber sagen, was andere, mutmaßlich noch wichtigere, Menschen geäußert haben. War das schon immer so? Oder ist das eine Folge des Online-Journalismus mit seiner auf Aktualität getrimmten Kultur, in der jede Äußerung schon eine Meldung wert ist, ohne in größere Nachrichtenzusammenhänge eingebettet zu werden?“

6. „Vier Wochen Asyl – Ein Selbstversuch mit Rückkehrrecht“
(ardmediathek.de, Video, 29:03 Minuten)
Journalisten des RBB leben während vier Wochen in einem Asylbewerberheim, unter den gleichen Bedingungen wie die Asylbewerber. „Es kommt uns vor, als wären es Monate gewesen. Das Erlebte geht nah.“