Olé, wir fahr’n in Puff nach Berlin

Am 17. August war es im Berliner Vergnügungslokal „Artemis“ zu einer Schießerei gekommen. Jetzt wurde ein Tatverdächtiger verhaftet.

Der Bericht dazu in der Berliner „Bild“-Ausgabe sieht so aus:

Festnahme nach Schüssen im Saunaclub "Artemis". Wilmersdorf - Vier "Artemis"-Gäste hatten sich nach Zahlungs-Streitigkeiten den Weg nach draußen freigeschossen. Drei Sicherheitskräfte wurden verletzt. Das war am 17. August. Gestern wurde ein Tatverdächtiger (36, aus Russland) an der Kastanienallee (Prenzlauer Berg) festgenommen.

Bei Bild.de ist er ein bisschen länger: Der Leser erfährt, dass die „B.Z.“ gemeldet hatte, Spezialkräfte des Landeskriminalamtes hätten den Tatverdächtigen „aus seiner Wohnung im Stadtteil Prenzlauer Berg“ geholt, dass sich der Mann „zusammen mit drei anderen Männern“ am 17. August „in dem bekannten Etablissement mit den Liebesdamen vergnügt“ habe, dass er sich über den zu hohen Preis beschwert und mit einer umgebauten Schreckschusspistole auf den Wachdienst geschossen habe, dass drei Sicherheitsleute ins Krankenhaus mussten.

Der Text geht weiter:

Der Club liegt am Autobahndreieck Funkturm der A100 in Berlin. Auf 4000 Quadratmeter gibt es hier „erotische Wellness pur“. Benannt nach der griechischen Göttin der Jagd verwöhnen pro Schicht rund 60 Mädchen ihre Freier.

Hier gibt es feste Regeln: Eintritt 80 Euro, wer betrunken ist, darf nicht rein. Im Club selbst dürfen maximal drei alkoholische Getränke (Whisky oder Wodka) verzehrt werden – ausgenommen Champagner. Nicht-alkoholische Getränke sind im Preis enthalten.

Der Besucher sollte duschen, bekommt einen Bademantel – und kann sich dann ins Vergnügen stürzen: Es gibt zwei Kinos, einen Pool, Sauna und Haman, Tanz-Shows an der Stange und Table-Dance. Außerdem Frühstück- und Abendbüffets.

Das „Artemis“ hat 361 Tage im Jahr geöffnet, von 11 Uhr bis 5 Uhr morgens, nur am 24., 25. und 31. Dezember, sowie am 1. Januar ist es geschlossen.

Für den Satz „Reservierung unter … , Kreditkartenzahlung möglich“ war dann offenbar kein Platz mehr.

Mit Dank an Volker K.