Tagesschau, Hüte, Burda

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Zeitleiste: Das tagesschau-Intro im Wandel der Zeit“
(marcus-anhaeuser.de)
Der musikalische Auftakt der ARD-Tagesschau wird überarbeitet, nicht abgeschafft (BILDblog berichtete). Marcus Anhäuser liefert dazu eine Zeitleiste mit Tagesschau-Intros ab 1952.

2. „Leistungsschutzrecht-Fürsprecherin Burda verkauft nachrichten.de“
(netzwertig.com, Martin Weigert)
Mit nachrichten.de betrieb Hubert Burda Media seit 2009 einen Nachrichtenaggregator. Der nun verkauft wurde: „Das Medienhaus tat also genau das, was es Google News und anderen Aggregatoren anlastet: Inhalte von fremden Verlagsangeboten ‚abgreifen‘, zur Schaffung eigener Dienste nutzen und damit etwa durch Werbung Umsätze generieren.“

3. „Bin ich bestechlich?“
(iruedt.blogspot.de, rue)
Ein Journalist, der 2004 für den „PCtipp“ schrieb, erinnert sich an von Druckerherstellern bezahlte Pressereisen: „Ich bin überzeugt, dass sich die Ausflüge für mich (und meinen Arbeitgeber) gelohnt haben.“

4. „Stupid hat tricks“
(cjr.org, Justin Peters, englisch)
Justin Peters zieht sich an der Democratic National Convention in Charlotte einen Hut in Form einer Krone an, um zu prüfen, wie oft er deswegen interviewt wird. „All in all, I was interviewed three times in an hour, and I’m positive I would’ve doubled that number if I had arrived two hours earlier, when dozens more cameramen were stalking the halls in search of B-roll; at that time, it seemed like the number of stupid hats was only matched by the number of camera crews rushing to interview people wearing stupid hats.“

5. „Study: Young people consider news to be garbage and lies“
(jimromenesko.com, englisch)
Eine Studie von Journalistikprofessorin Paula Poindexter über die in den 1980er- and 1990er-Jahren geborenen „millennials“ ergibt: „Millennials describe news as garbage, lies, one-sided, propaganda, repetitive and boring. Most millennials do not depend on news to help with their daily lives. The majority of millennials do not feel being informed is important.“

6. „Ein Mann, den es eigentlich nicht gibt“
(fluter.de, Adrian Bechtold)
Adrian Bechtold spricht mit einem schwulen Bundesliga-Fußballspieler: „Entweder spaziere ich mit meinem Freund zu einem Event und bin danach drei Wochen in allen Medien oder berufe mich auf meine Privatsphäre und belüge mich selbst. Es gibt einfach keine Lösung. Unmöglich, einfach wie ein heterosexueller Spieler den neuen Partner zu präsentieren und am nächsten Tag vergessen zu werden. Normalität gibt es nicht.“