Wuppertal, Günter Wallraff, Kai Diekmann

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Leistungsschutzrecht – ein Gesetz aus Schilda“
(christophkappes.de)
Christoph Kappes kommentiert den nun vorliegenden Entwurf eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger: „Die Selbstbedienungsmentalität der Verlage wird ganz deutlich, wenn man sich vorstellt, ein Metzger wolle seine Leistungen für das Zustandekommen einer Wurst schützen lassen. (…) Wirtschaftlich geht ein Leistungsschutzrecht ohnehin ins Leere, denn die Beteiligten werden darauf reagieren.“

2. „Studie ‚beweist‘: In Wuppertal werden die wenigsten Räder geklaut“
(njuuz.de, Georg Sander)
„Die Welt“ behauptet, in Wuppertal würden „88 Prozent weniger Fahrräder geklaut als in den anderen untersuchten Städten“: „Auf die Idee, dass in einer topfebenen Studentenstadt wie Münster pro 100.000 Einwohner auch viel mehr Fahrräder gekauft werden als im bergigen Wuppertal (und daher auch viel mehr Räder entwendet werden), sind die Qualitätsjournalisten der ‚Welt‘ offenbar nicht gekommen.“

3. „Der Mann, der Günter Wallraff war“
(faz.net, Marcus Jauer)
Für einige Stunden schlüpft Marcus Jauer ist die Rolle von Günter Wallraff: „Seit vier Stunden bin ich nun Deutschlands bekanntester Enthüllungsjournalist, aber bislang hat mich niemand erkannt und mir ist auch kein Skandal untergekommen. Meine Recherche steht an einem heiklen Punkt. Als ich mir mit der Hand in den Nacken fahre, spüre ich, dass sich die Glatze langsam zu lösen beginnt.“

4. „Why Porn and Journalism Have the Same Big Problem“
(theatlantic.com, Jordan Weissmann, englisch)
„In both cases, the competition is so broad that customers are likely to go elsewhere rather than pay.“

5. „Die ‚Sponsoren‘ von ‚BILD für alle!'“
(nachdenkseiten.de, Jens Berger)
Jens Berger rechnet mögliche Werbeeinnahmen der Gratis-„Bild“ zusammen.

6. „Der Herr der Klobrillen“
(taz.de, Peter Köhler)
Die Karriere von „Kai ‚Sauber‘ Diekmann“ im Spiegel der Rubrik „Die Wahrheit“: „Eimer voller Hohn ergossen sich über ihn beispielsweise im Mai 2002, als seine misslungene Gehirnverlängerung publik wurde.“