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Jetzt auch „Bild“ im Rinderwahn

In der Schule gab es immer ein paar Jungs, die wirklich jede Gelegenheit dafür nutzten, irgendeinen schlechten Witz zu erzählen. Was diese Jungs auszeichnete, war ihr enormes Durchhaltevermögen: Selbst dann, wenn sie einen Spruch schon tausendmal wiederholt hatten, konnten sie selbst sich noch immer herzlich darüber kaputtlachen.

Was aus diesen Jungs geworden ist? Keine Ahnung. Doch einige von ihnen müssen in den Redaktionen von „Bild“ und Bild.de untergekommen sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Redakteure immer dann, wenn in einer Polizeimeldung Rinder und Polizisten aufeinandertreffen, geradezu zwanghaft versuchen, irgendein „Bullen“-Wortspiel einzubauen.

Ganz abgesehen davon, dass „Bullen“-Wortspiele in etwa so neu und lustig sind wie Witze über die Frisur von Thomas Gottschalk oder das Gewicht von Rainer Calmund, sind sie in den meisten Fällen auch schlichtweg falsch (BILDblog berichtete).

Denn nicht alles, was vier Beine hat und „Muh“ macht, ist ein Bulle. Die Tiere, die sich Anfang der Woche auf einer Wiese in Weeze um einen Polizeihubschrauber geschart hatten, waren zwar Rinder, aber darunter gab es „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ nicht einen einzigen Bullen, wie die Polizei auf unsere Anfrage hin eine Augenzeugin zitierte.

Der Artikel in der gestrigen Ruhrgebietsausgabe von „Bild“ ist deswegen auch recht vorsichtig formuliert:

Das ist mal eine etwas andere Liebesgeschichte zwischen Rindern und „Bullen“…

Am Rande eines Unfalls bei Weeze landete der Heli des Landes-Kriminalamts auf einer Weide. Da ahnten die Beamten noch nicht, dass die dort grasende Rinderherde total auf den Hubschrauber fliegt.

Bei der Überschrift war die Witzelsucht dann aber doch zu stark:

Bullen schlecken "Bullen"-Heli ab