Die Rheinpfalz, Negerpuppe, Thomas Knüwer

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Offener Brief“
(anders-anziehen.blogspot.de, Smilla Dankert)
Smilla Dankert schreibt an „Die Rheinpfalz“, in der ein mit ungefragt verwendeten Bildern bestückter Artikel über ihr Blog abgedruckt ist.

2. „Die Pyro-Show der fleischgewordenen Bild-Zeitung“
(schwatzgelb.de, Hanno)
In der ARD-Sendung „Hart aber fair“ zündet Johannes B. Kerner eine Schaufensterpuppe an, um die Gefährlichkeit von Bengalischem Feuer nachzuweisen. „Nachdem Kerner zur Versachlichung den bekleideten Torso der Puppe kurzerhand zu einem gefallenen kleinen Kind erklärt hatte, bilanzierte er das wenig überraschende Ergebnis, indem er mit reichlich Tremolo in der Stimme feststellte, dass ‘das Kind in Flammen steht’ und diesem jetzt nicht mehr zu helfen sei.“

3. „Würden wir Selbstmordbilder zeigen, bekämen wir jeden Suizid dokumentiert“
(persoenlich.com, Benedict Neff)
Hansi Voigt, Chefredakteur von 20min.ch, gibt Auskunft über den Umgang mit Leserfotos: „Wenn wir oft Tramunfälle zeigen, bekommen wir Bilder von jedem Tramunfall zugeschickt. Würden wir Selbstmordbilder zeigen, bekämen wir jeden Suizid dokumentiert. Die Leute erleben die Welt nun mal durch ihre Handy-Kameras. Es ist an den Redaktionen, verantwortungsvoll mit den anvertrauten Dokumenten umzugehen.“

4. „Niemand weiß, wie viele Migranten es in Deutschland gibt“
(blog.zeit.de/open-data, Tobias Jochheim)
Tobias Jochheim will herausfinden, „wie viele Menschen mit Migrationshintergrund in welchem Bundesland leben. (…) Wir hatten mit einem Zeitaufwand von einer halben Stunde gerechnet. Daraus wurden drei Wochen.“

5. „Wenn schon falsch, dann richtig!“
(qlod.org, Nilzenburger)
Nilzenburger verbessert den Artikel „Ray Cokes – so könnte Fernsehen sein“ von Thomas Knüwer.

6. „Im Auge des Shitstorms“
(spiegel.de, Jochen Brenner)
Ein Besucher einer Lesung von Sarah Kuttner ruft die Polizei, weil er sich von der Verwendung von Wörtern wie „Negerpuppe“, „Schlauchbootlippen“ und „Wurstlippen“ verletzt fühlt; er wirft Kuttner vor, eine Rassistin zu sein. Die „Hamburger Morgenpost“ macht daraus einen „Eklat“, weitere Medien nehmen die Geschichte auf.

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