Hauptsache motzen

Die Journalistin Verena Mayer musste, als sie in der Zürcher Kronenhalle für 25 Franken einen kleinen Salat aß, mitansehen, wie am Nachbartisch die Rechnung beglichen wurde:

Sie betrug – ungelogen – 3489 Franken.

Das ist eines der Beispiele, mit denen sie im „Tagesspiegel“-Artikel „Das Leben ist schön teuer“ klar zu machen versucht, wie teuer das Leben in Zürich ist.

Die Schweizer Boulevardzeitung „Blick am Abend“ mochte das nicht auf sich sitzen lassen und konterte am Mittwoch mit einer Replik. Unter dem Titel „Gekommen um zu motzen“ versuchen die Redakteure, Mayers Beispiele zu entkräften. Dafür nahmen sie sich fast eine Doppelseite Platz, die von einem Foto einer deutschen Flagge dominiert ist (PDF-Datei, Seiten 2 und 3):

Gekommen um zu motzen

In der Einführung zum Text heißt es:

Die deutsche Journalistin Verena Mayer lebt in Zürich und kritisiert im deutschen "Tagesspiegel" das teure Leben – wir relativieren.

Auch wenn die „motzenden“ Deutschen mittlerweile zu den größten Gruppen von Ausländern in der Schweiz zählen: Verena Mayer ist Österreicherin, wie ein kurzes Anwerfen einer Suchmaschine in den ersten Resultaten verraten hätte. Immerhin, der „Tagesspiegel“ ist tatsächlich aus Berlin.