Antonia Rados, Vertrauensindex, Kopieren

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Er war dreckig, er war gewalttätig“
(spiegel.de, Arno Frank)
Arno Frank kritisiert die boulevardeske Machart der RTL-Reportage „Das Doppelleben des Diktators – Antonia Rados auf den Spuren des Vergewaltigers Muammar al-Gaddafi“: „Es gibt keinen Grund, an ihren Recherchen zu zweifeln – aber viele Gründe, sich über ihre Methoden zu wundern. Ebenso wahllos wie Gaddafis Schergen auf offener Straße ihre Opfer entführten, filmt Rados auf offener Straße die Gesichter völlig unbeteiligter junger Mädchen ab. Die könnte ein Opfer gewesen sein – und die auch! Darunter liegt dann wahlweise melodramatisches Klaviergeklimper oder bedrohliche Musik wie aus einem Horrorfilm.“

2. „GPRA-Vertrauensindex Q1/2012: 81 Prozent der Deutschen vertrauen den regionalen Tageszeitungen – BILD-Zeitung im Vertrauensranking weit abgeschlagen“
(gpra.de)
Der Verband führender PR-Agenturen Deutschlands (GPRA) hat eine Erhebung zum Vertrauen der Deutschen in verschiedene Zeitungen und Magazine durchführen lassen. GPRA-Präsident Alexander Güttler kommentiert die Rolle von „Bild“ im Kontext der Wulff-Affäre so: „Die Selbstwahrnehmung der ‚Bild‘-Zeitung unterscheidet sich deutlich von der Realität. Sie besitzt keineswegs eine auf Vertrauen basierende Legitimation, über Moral und Gerechtigkeit in unserem Land zu urteilen.“

3. „Konsequent: Ich fordere die Löschung des politischen Kabarett aufgrund fehlender Relevanz“
(vereinfacher.wordpress.com, Benjamin Heilmann)
Eine Replik auf den gestern in „6vor9“ verlinkten Kommentar zum politischen Kabarett „Der Pauker-Prophet Georg Schramm“

4. „Statt Teer und Federn: Druckerschwärze und Papier“
(oldenburger-lokalteil.de)
Die „Nordwest-Zeitung“ empört sich im Falle des in Emden unschuldig verhafteten 17-Jährigen darüber, dass im Internet schnell private Details über den vermeintlichen Täter kursierten. Dabei ging die „NWZ“ selbst auch nicht sorgfältiger vor.

5. „Eine kurze Geschichte vom Kopieren und Kapieren“
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Wolfgang Messer zeigt in einem historischen Exkurs, dass bei der Debatte um die Zukunft des Urheberrechts im Internet eigentlich nicht um das Urheberrecht oder das Internet an sich geht, sondern um die Kopier- und Verfügbarkeit von Daten und wie man mit den technischen Möglichkeiten umgeht.

6. „Chaos ist, was IHR draus macht.“
(hennesihmsein.blogspot.de)
Eine Abrechnung mit dem Verhalten einiger Journalisten, die voreilig über die Entlassung von Köln-Trainer Stale Solbakken berichteten.