Dokusoaps, Gabor Steingart, Plagiatoren

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Wie Twitterer Rob Vegas als Harald Schmidt bild.de reinlegte“
(rhein-zeitung.de, Lars Wienand)
Bild.de, Blick.ch und Tagesanzeiger.ch halten Tweets von @BonitoTV für Aussagen von Harald Schmidt.

2. „10 weitere bemerkenswerte Dokusoaps“
(fernsehkritik.tv, Video, 27 Minuten)
Ein Blick auf verschiedene aktuelle gescriptete und nicht gescriptete Sendungen im deutschen Fernsehen. Ab Minute 12 die RTL-Sendung „Jugendliebe“: Briefe, die auf deutsch geschrieben werden, erhält der Empfänger auf wundersame Weise in englischer Sprache.

3. „Offener Brief an Gabor Steingart: Über Verlage, freie Autoren, Urheberrecht und innere Pressefreiheit“
(immateriblog.de, Matthias Spielkamp)
Matthias Spielkamp antwortet auf einen Brief von „Handelsblatt“-Chefredakteur Gabor Steingart: „Daher möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass erstens Ihre Behauptung falsch ist, dass ’seit jeher‘ mit jeder Honorarzahlung alle diese Rechte ausschließlich an Sie abgetreten wurden. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass das eine dreiste Lüge ist, denn Sie bzw. Ihr Justiziariat (müssten) wissen, dass das nicht so ist.“

4. „Interview mit carta.info: Meinungsjournalismus statt Nachrichten“
(netzpiloten.de, Stefan Mey)
Stefan Mey befragt Tatjana Brode von „Carta“: „Wir werden versuchen, die Strukturen dezentraler zu organisieren, die Arbeit stärker zu verteilen. Natürlich wäre es schön, wenn wir einen guten Vermarkter finden, und noch besser, wenn wir außerdem eine Förderung bekämen. Aber wir haben nicht den Anspruch, dass sich Carta unbedingt sofort tragen muss.“

5. „The 4 types of serial plagiarists in journalism“
(poynter.org, Craig Silverman, englisch)
Craig Silverman identifiziert vier Typen von Plagiatoren im Journalismus: „The Early Bird, The Keener, The Blank Slate, The Dinosaur“.

6. „Viele leiden darunter, dass sie es jedem recht machen wollen“
(zeit.de, Harald Martenstein)
„Einige Fotografen verhalten sich wie Raubtiere, die vom Fleisch ihrer Beute leben. In Heiligendamm stand nach ein paar Sekunden Lesung eine Fotografin auf, ging nach vorne, stellte sich etwa sechzig Zentimeter vor der Bühne hin, sodass ich ihren Atem riechen konnte, und machte eine Aufnahme nach der anderen mit Blitzlicht. Der Apparat gab dabei ein schnarrendes Geräusch von sich, welches durch Mark und Bein ging. Nach etwa zehn Fotos habe ich einen Wutanfall bekommen. Als die Lesung vorbei war, kam die Frau, um sich zu beschweren.“