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Christiansen und der Hundesalon

Eins vielleicht vorweg: Sabine Christiansen gehört — wie Stefan Raab — nicht zu denjenigen Prominenten, deren Leben von der „Bild“-Zeitung mit Sympathie begleitet wird.

Am Dienstag berichtete „Bild“, dass die Fernsehmoderatorin gemeinsam mit Promi-Friseur Udo Walz einen Hundesalon in Berlin eröffnen werde. Wörtlich:

Die Talk-Queen wird am Donnerstag zur Eröffnung des Hundesalons „Sparks – dogs and more“ in Berlin (Uhlandstraße 181–183) erwartet, den sie als stille Teilhaberin an der Seite von Promi-Figaro Udo Walz (60) betreibt.

Heute, am Donnerstag, schreibt „Bild“:

Wie BILD am Dienstag exklusiv berichtete, ist auch TV-Moderatorin Sabine Christiansen (47) an diesem Salon beteiligt. Das ließ die TV-Lady allerdings sofort dementieren.

Sie sei keine Teilhaberin, sondern lediglich Schirmherrin für einen Teil der Einnahmen, die zu Gunsten notleidender Tiere verwendet werden.

Das ist falsch. Die Nachrichtenagentur AP meldete schon am Dienstag um 14.25:

[Christiansens] Referent Frank Jungbluth dementierte am Dienstag eine Meldung der „Bild“-Zeitung, wonach Christiansen den Salon in dieser Woche gemeinsam mit dem Prominentenfriseur Udo Walz eröffne. Christiansen sei lediglich zu einem kleinen Anteil stille Teilhaberin an dem Salon, einem Projekt von Walz, sagte Jungbluth. (…)

Auch die Pressesprecherin des Hundesalons „Sparks – dogs and more“ in Berlin, Martina Conrad, widersprach dem Bericht der „Bild“-Zeitung. Der Salon habe vor einigen Tagen zunächst als Fachgeschäft für Tieraccessoires eröffnet. Nach dem Umbau der Räumlichkeiten sollte ein Pflegeangebot für Hunde hinzukommen. Ein Termin stehe noch nicht fest. Christiansen werde nicht im Salon erwartet.

Was Christiansen also dementieren ließ, war die Behauptung von „Bild“, Christiansen werde den Salon gemeinsam mit Walz am heutigen Donnerstag eröffnen. Sie dementierte nicht, dass sie stille Teilhaberin sei, sie bestätigte es sogar. Ihr Anteil beträgt 1250 Euro, das sind lächerliche zwei Prozent.

All das hindert „Bild“ nicht daran, völlig irreführend schon in der Überschrift zu fragen:

Warum stehen Sie nicht zu Ihrem Hundesalon?

(Nun ja: Sie steht dazu.)

„Bild“ weiter:

BILD wollte gestern bei Frau Christiansen nachfragen.

1. Warum haben Sie dementiert, daß Sie am Hundesalon von Udo Walz finanziell beteiligt sind?

2. Ist es Ihnen peinlich, daß Sie an einem Hundesalon beteiligt sind?

3. Ist Ihre Glaubwürdigkeit jetzt beschädigt?

Punkt 1: Sie hat es nicht dementiert, sie hat es bestätigt.

Punkt 2: Nein, ihr Sprecher sagte am Dienstag, Christiansens Einnahmen sollten „zu 100 Prozent in einen Sozialfonds fließen, aus dem tierärztliche Rechnungen bedürftiger Menschen bezahlt werden“, weil gerade für ältere Menschen Hunde häufig eine soziale Funktion hätten.

Punkt 3: Hä?

Und hat eigentlich die „Bild“-Zeitung, die offenbar sowohl am Dienstag als auch am Donnerstag falsch über den Fall berichtet hat, eine Glaubwürdigkeit, die jetzt beschädigt sein könnte?