Bloß keine Neid-Debatte!

Sie leben manchmal in einer sehr eigenen Welt bei der Axel Springer AG:

Die Diskussion um deutsche Gehälter ist in vollem Gange, entzündete sich an TV-Mann Jauch. Der wurde am Sonntagabend in seiner Talkshow in der ARD von den eigenen Gästen attackiert.

Seitdem hält die Debatte an.

„Attackiert“ wurde Günther Jauch ungefähr so stark, als wäre er mit einem einzelnen Wattebausch beworfen worden (BILDblog berichtete), die „Diskussion“ findet zum großen Teil bei „Bild“ und Bild.de statt und die „Debatte“ „hält an“, weil „Bild“ und Bild.de jeden Tag nachlegen, in der Hoffnung, dass der Funke doch noch überspringt.

Bild.de hat deshalb eine 20-teilige Klickstrecke veröffentlicht, in der aufgeführt ist, was die „Top-Manager“ im Jahr 2011 so verdient haben. (Einen Großteil dieser Zahlen hat etwa „Spiegel Online“ schon vorgestern veröffentlicht, ohne dass es zu spontanen Zusammenrottungen empörter Bürger gekommen wäre.)

Auf Platz 1 liegt Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, der laut Bild.de 16.596.206 Euro verdient hat. Es folgen Peter Löscher von Siemens (8.708.633 Euro) und Dieter Zetsche von Daimler (8.654.000 Euro), die Liste endet auf Platz 20 mit Thomas-Bernd Quaas, Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG, der 1.421.000 Euro bekam.

Diese Aufzählung ist nicht ganz aussagekräftig, weil nicht alle Unternehmen die Bezüge ihrer Manager offenlegen (müssen). Die Axel Springer AG, bei der die „Bild“-Zeitung erscheint, hält sich etwa bedeckt, was das Einkommen ihres Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner angeht. Das „Manager Magazin“ schätzte dessen Jahresgehalt im Juni 2010 auf Elf Millionen Euro. Springer bezeichnete diese Angaben damals als „grob falsch“, doch die „Süddeutsche Zeitung“ taxierte Döpfners Einkünfte im April 2011 auf ähnlich hohe zehn Millionen.

Mit einer Zahl dieser Größenordnung hätte er sich in der Auflistung bei Bild.de den zweiten Platz verdient.

Sie leben manchmal in einer sehr eigenen Welt bei der Axel Springer AG.

Mit Dank an Oliver H.