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Der Brandbeschleuniger als Biedermann

Gestern war der „Bild“-Redakteur Paul Ronzheimer zu Gast bei Maybritt Illner. Ronzheimer ist 26 Jahre alt und macht seit zwei Jahren im Blatt Stimmung gegen die Griechen. Das Online-Angebot der „Stern“ nennt ihn einen „zuverlässigen Brandbeschleuniger im griechisch-deutschen Missverhältnis“.

Im April 2010 verteilte der Deutsche auf dem Omonia-Platz in Athen Drachmen an die Griechen: „BILD gibt den Pleite-Griechen die Drachmen zurück.“ In der Talkrunde wurde er als Kenner der griechischen Gefühlslage behandelt.

Zu Beginn fragte Maybrit Illner ihn:

Hat Ihre Zeitung, hat die „Bild“-Zeitung, die Stimmung, die es zwischen beiden Ländern momentan gibt, nämlich zwischen Deutschland und Griecheland, zusätzlich vergift, weil neben solchen Gigs [wie der Drachmen-Verteilaktion] tatsächlich auch ziemlich viele Überschriften zu lesen waren, die da hießen: „Pleite-Griechen“, „Bettler-Griechen“… Haben Sie im wahrsten Sinne des Wortes da ganze Arbeit geleistet?

Ronzheimers Antwort:

Nein, also, ich glaube nicht, dass die Berichterstattung einer Zeitung und auch nicht der „Bild“-Zeitung die Stimmung zwischen Ländern vergiften kann.

PS: Am Ende der Sendung stand ein Mann aus dem Publikum auf und steckte Ronzheimer ein Geldbündel zu. „Damit er mal bessere Reportagen schreibt.“

Nachtrag/Korrektur, 8. März. Es handelte sich nicht um ein Geldbündel, sondern einen Zehn-Euro-Schein.