Amok-Alarm, Blick-Newsroom, Jens Berger

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Falscher Amok-Alarm in Leipzig: Haben Medien überreagiert?“
(freiepresse.de)
Ein Interview mit Kriminologe Joachim Kersten zu einem angeblichen, zum Beispiel von N24 auf Google+ (Screenshot von l-iz.de) als Tatsache vermeldeten Amoklauf in Leipzig.

2. „Man kann jedem nachweisen, er sei Nazisympathisant“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Mit einem gewissen Maß an argumentativer Entschlossenheit könne man jeder in Deutschland lebenden Person nachweisen, er oder sie sei ein Nazi-Sympathisant, glaubt Harald Martenstein. Er versucht sich an Richard von Weizsäcker, Alice Schwarzer und Roberto Blanco.

3. „Innenminister Friedrich gibt den Scharfmacher“
(sueddeutsche.de, Roland Preuß)
Die 762-seitige Studie „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“ (PDF-Datei) wird noch vor Erscheinen „Bild“ zugänglich gemacht. „Wer eine solch brisante Studie exklusiv an die Bild-Zeitung weiterreicht, damit die ihre tägliche Krawallzeile hat (wie dies offenbar geschehen ist), der setzt nicht auf eine nüchterne Debatte über bessere Integration und Sicherheit.“ Siehe dazu auch „Stunde der Angstmacher“ (spiegel.de, Anna Reimann und Oliver Trenkamp).

4. „Utopischer Charme“
(freitag.de, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal porträtiert Jens Berger von spiegelfechter.com: „Noch heute ist mir schleierhaft, wie er dieses Arbeitspensum schafft. Berger ersetzt spielend das Politik- und das Wirtschaftsressort einer mittleren Wochen­zeitung, und das, obwohl er nur ‚zehn oder zwölf Stunden täglich‘ an seinem Rechner sitzt.“

5. „Eine Woche ohne Netz – so lebt es sich in der Offline-Welt“
(derwesten.de, Dennis Betzholz)
„Ich bin abgeschottet von der Flut an Informationen, suche im zerfledderten Straßenatlas die Wegbeschreibung zum Termin, schreibe erstmals einen Artikel auf der Schreibmaschine und nerve mit dem lauten Klacken der Tasten das gesamte Großraumbüro. Der Computer, ja das Internet, fehlt mir sehr.“

6. „Im Newsroom: Horror und Terror!*“
(workzeitung.ch, Niklaus Ramseyer)
Die Gewerkschaftszeitung „Work“ berichtet aus dem Newsroom der „Blick“-Gruppe. „‚Ich höre!‘ So schnauzte der Chef seinen Untergebenen grusslos an, ohne ihn auch nur anzusehen. Der Mann, der nur etwas fragen wollte, kam sich vor wie auf einem preussischen Kasernenhof. Kolleginnen des derart Abgeputzten klagen ihrerseits, rüder ‚Kasernenhofton‘ verbreite miese Stimmung. Aber der kaltschnäuzige Chef ist kein deutscher General, sondern ein deutscher Chefredaktor in Zürich.“