Burnout, Rudi Assauer, Daily Star

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Mit Journalismus nichts mehr zu tun“
(diepresse.com, Felix Lill)
Ein Interview mit Richard Peppiatt, Ex-Mitarbeiter der britischen Boulevardzeitung „Daily Star“: „Die meisten Storys bewegen sich in Grauzonen. Du lügst nicht, aber du sagst auch nicht die Wahrheit. Ich lernte schnell, bestimmte Fakten zu ignorieren, damit die Story den vorgesehenen Ton traf: Drogen und Einwanderung sind schlecht, Strafen müssen härter werden. In der Regel wurde den Reportern ein Thema samt Standpunkt von oben aufgedrückt.“

2. „Die Magazinmacher leiden unter dem wahren Burnout“
(faz.net, Christian Geyer)
Wie Medien den Burnout zuerst hoch-, und dann wieder niederschreiben. „Und all das, obwohl Burnout im medizinischen Sinne gar keine Diagnose sei, sondern in einem Teil der Fälle nur ein neues Wort für Depression.“

3. „Die Alzheimer-Kampagne“
(medien-monitor.com, Julian Pfahl)
Julian Pfahl versucht, herauszufinden, wie es zu den gleichzeitig erschienenen Beiträgen verschiedener Medien zur Alzheimer-Erkrankung von Rudi Assauer kam. „Es scheint unwahrscheinlich, dass Assauer selbst noch für diese Punktlandung verantwortlich ist, die dem Thema maximale Aufmerksamkeit beschert hat. Laut Focus hat er immerhin den Kontakt zu BILD hergestellt. Verleger Christian Jund vom riva-Verlag hingegen kümmerte sich wohl um den großen Rest.“ Was Christian Jund bestätigt (faz.net, Bettina Weiguny): „Die Medien so zu koordinieren war harte Arbeit.“

4. „Wie die BamS eine Guttenberg-Party inszenierte“
(netzpolitik.org)
Ein ungenannter Autor beobachtet einen Fotograf der „Bild am Sonntag“ beim „Guttenberg Carnival“ in einem Berliner Café.

5. „Medizinberichterstattung: Die Rolle der Pressemitteilungen“
(medien-doktor.de, Marcus Anhäuser)
„Die Qualität der Pressemitteilungen scheint die Qualität der journalistischen Artikel zu beeinflussen. Und zwar im Guten wie im Schlechten. Gute Pressemitteilungen führten zu guten Presseartikeln, während schlechte Pressemitteilungen zu eher schlechten Artikel führten.“

6. „Planet der Nichtigkeiten“
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.com, Thomas)
Meldungen aus der Wissenschaft, die dazu dienen „das jeweilige Forschungsfeld attraktiver für finanzielle Förderungen zu machen“.