Eine Zeit zum Kofferauspacken

Keine Frage, Jörg Schmadtke hat einen stressigen Job und die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ erklärt auch gerne, warum:

Um im Transfermonat Januar bei der schwierigen Suche nach einem neuen Stürmer fündig zu werden, ist Sportdirektor Jörg Schmadtke durchgestartet: von der Algarve über Düsseldorf weiter nach England, da blieb erst gar nicht viel Zeit zum Kofferauspacken. Der 96-Manager hat sich am Montag ein Spiel in der Premier League angeschaut, genauer gesagt das der Premier Reserve League zwischen dem FC Liverpool und Manchester United. Schmadtkes besonderes Interesse galt dabei einem 24 Jahre alten Senegalesen aufseiten der Gäste: Mame Biram Diouf, zehnfacher Nationalspieler und offenkundig nicht ausreichend beschäftigt bei „ManU“, einem der großen englischen Klubs.

Gut, die „Premier Reserve League“ ist, „genauer gesagt“, nicht die Premier League, sondern die Liga der Reservemannschaften der Premier League. Außerdem ist dies eine willkommene Gelegenheit endlich mal darauf hinzuweisen, dass „ManU“ keine gängige Abkürzung für Manchester United ist, sondern ein sehr bösartiges Wortspiel.*

Aber eigentlich soll es um etwas anderes gehen: das Spiel, das sich Jörg Schmadtke am Montag angeschaut hat.

Nun: Er hat es sich anschauen wollen, denn das Spiel wurde gestern wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt.

Mit Dank an Stephan R.

Nachtrag, 20:00 Uhr: Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ hat den Fehler mit dem Spiel, das gar nicht stattfand, transparent korrigiert — und verzichtet jetzt auch auf das „ManU“.

* Nachtrag/Korrektur, 21. Januar: Offenbar ist die Sachlage beim Thema „ManU“ doch nicht so klar, wie wir angenommen hatten: Zwar ist die Abkürzung bei Fans von Manchester United ungebräuchlich, aber offenbar hat sie auch nicht so viel mit dem Flugzeugunglück von München zu tun.

Mit Dank an Jens Sch. und Jörn R.