Liebe Journalisten!

Rund 82 Millionen Deutsche (einzige Ausnahme: Christian Wulff) machen sich gerade Gedanken darüber, wer neuer Bundespräsident anstelle des Bundespräsidenten werden könnte. Der „Berliner Kurier“ sieht Wulff „schwer angeschlagen“:

Nach Kredit-Affäre, Vorwürfen um Gratis-Urlaube bei befreundeten Prominenten und jetzt um spendierte Upgrades für edle Hotel-Suiten kann er kaum noch als moralische Instanz für die Deutschen fungieren.

Da drängt sich natürlich eine Frage auf:

Aber wie korrekt waren eigentlich seine neun Vorgänger im höchsten Staatsamt?

Der „Kurier“ hat deshalb „im Qualitäts-Check die Ex-Staatsoberhäupter unter die Lupe“ genommen und fasst die zehnjährige Amtszeit Heinrich Lübkes so zusammen:

Heinrich Lübke (1959-1969): Leicht überforderter Fettnäpfchen-Spezi, beliebt bei Kabarettisten. "Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger", sagte er bei einem Besuch in Liberia. Lieferte Vorlagen für unzählige "Präsidenten"-Witze.

Tatsächlich hängt Lübke dieses Zitat seit 50 Jahren nach — nur wahrer wird es dadurch nicht.

Die „Zeit“ hat sich des angeblichen Ausspruchs schon vor zehn Jahren für ihre Rubrik „Stimmt’s?“ angenommen und kam zu dem Schluss:

Jeder kennt das Zitat, die meisten hätten es Lübke auch zugetraut, es wird sogar genau datiert auf einen Staatsbesuch in Liberia im Jahr 1962 – aber es gibt keinen Beleg dafür!

Für den Fall, dass der „Kurier“ seinen Irrtum morgen korrigieren und Lübkes Fettnäpfchen-Kompetenz mit seinem zweitberühmtesten Ausspruch untermauern will: Auch „Equal goes it loose“ („Gleich geht’s los“) hat der Präsident offenbar nie gesagt.

Mit Dank an Petra O.