Primeur-Korruption, Xinhua, Goldglanz

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Zwischen Mainstream und Volkes Seele“
(faz.net, Harald Staun)
Harald Staun denkt über die „öffentliche Meinung“ in der Causa Wulff nach. „Der genervten Öffentlichkeit aber kann man nur raten: Wer den Klatsch aus Bellevue nicht mehr hören will, weil er meint, man müsse ein Amt nur ein Weilchen in Ruhe lassen, damit sein Inhaber es wieder in Würde tragen könne, der sollte einfach nicht mehr jede neue Petitesse anklicken, die im Internet steht. Dann lässt auch ‚Spiegel Online‘ das Thema fallen. Ganz automatisch.“

2. „Ausländische Korrespondenten schreiben, was sie von der Causa Wulff halten“
(welt.de)
Siehe dazu auch die Eindrücke von „Focus“-Korrespondenten.

3. „Wir brauchen Haltung“
(tageswoche.ch, Urs Buess, Philipp Loser und Christian Schnur)
Es habe sich eine „Primeur-Korruption“ (Primeur = Scoop) in der Schweizer Medienbranche entwickelt, sagt WOZ-Chefredakteurin Susan Boos im ausführlichen Interview: „Da werden Medienschaffende von Interessensvertretern gezielt mit Informationen gefüttert, und die ­betreffenden Journalisten tun dann so, als hätten sie den Primeur selbst erarbeitet.“

4. „Gratis-Meldungen auf Parteilinie“
(dradio.de, Pierre-Christian Fink)
In Afrika hat die dpa drei Korrespondentenbüros – die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua dagegen 26. „Die westlichen Agenturen müssen sich zum Großteil selbst finanzieren. Xinhua hingegen bekommt Geld vom Staat.“

5. „Musik, die keine sein darf“
(taz.de, Thomas Winkler)
Die Musik zwischen den Wortbeiträgen des Deutschlandfunk: „Sie soll nicht berühren, aber auch niemanden aufregen, sie soll im besten Falle keine Emotionen wecken, also absurderweise genau das nicht tun, was sonst als die vornehmste Aufgabe der Musik gesehen wird. Es ist, kurz gesagt: Musik, die keine Musik sein darf.“

6. „Goldglanzrauschende Ballnacht schimmert fantastisch“
(oldenburger-lokalteil.de)
In welche Worte die NWZ den selbst mitveranstalteten Presse- und Opernball in Oldenburg fasst.