Scripted Reality, Junge Industrie, Thomas Steg

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Wenn der Zottel-Lehrer mit der Messie-Mutter…“
(spiegel.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier über von Laiendarstellern gespielte, aber wie Dokumentationen inszenierte TV-Sendungen wie „Verdachtsfälle“, „Betrugsfälle“ oder „Die Schulermittler“. „Nur winzige Einblendungen am Anfang und Ende weisen darauf hin, dass alles frei erfunden ist. In der Branche wird das Format Scripted Reality genannt. (…) Vor allem jüngere Kinder und Hauptschüler erkennen laut der Umfrage den fiktiven Charakter der ‚Familien im Brennpunkt‘-Folgen nicht. Wer die Sendung häufiger guckt, hält das Gezeigte mit größerer Wahrscheinlichkeit für ‚echt‘.“

2. „Wa(h)re Information – interessant geht vor relevant“
(netzwerkrecherche.de, PDF-Datei, 1.9 MB)
Auch eine Studie von Fritz Wolf widmet sich der Methode „Scripted Reality“: „Hier ist der Betrug im Namen der Unterhaltung immanent. Die Formate sind zynisch gegenüber den Protagonisten, die für billige Programmware ausgenutzt werden und zynisch gegenüber Zuschauern, die getäuscht werden.“

3. „Sexschule: Was die Junge Industrie erreichen wollte“
(diepresse.com)
Hinter der Gruppe „The Birdbase“ steckt die Junge Industrie, die Jugendabteilung der Industriellenvereinigung. „Man wollte die heimische Debattenkultur in Gang bringen – ‚aber nicht als Junge Industrie, weil alles, was wir machen, sofort in ein bestimmtes parteipolitisches Eck gestellt wird, und das stört uns‘.“

4. „Der unbekannte Riese“
(taz.de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg betrachtet die aktuelle Struktur der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH): „Formal ist die SWMH allerdings kein geschlossener Block, sondern ein kompliziertes Geflecht aus selbstständigen Verlagen.“

5. Interview mit Thomas Steg
(swr.de, Audio, 29 Minuten)
Ein Gespräch mit Thomas Steg, stellvertretender Regierungssprecher von 2002 bis 2009.

6. „Samuel Schmid wird von Hund verfolgt“
(glanzundgloria.sf.tv, Isabelle Mathys und Martina Ziesack)
Der Schweizer Ex-Bundesrat Samuel Schmid hat gar keinen Hund. „‚Die Medien haben dieses Gerücht in die Welt gesetzt – und ich habe es nicht aus der Welt geschafft. Man kann ja nicht dauernd widersprechen‘, sagt Samuel Schmid schmunzelnd. Auf die ewig wiederkehrende Frage, wie es nun seinem Hund ginge, antwortete er zeitweise einfach mit ‚gut‘.“