Postjournalismus, Guttenberg, Liebe

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Postjournalismus“
(blogs.taz.de/wortistik, Detlef Gürtler)
Zu den „drei bekannten Säulen der Gewaltenteilung“ Legislative (Parlament), Exekutive (Regierung) und Iudikative (Rechtssprechung) fügt Detlef Gürtler Narrative (Medien) und Investigative (Enthüller) hinzu.

2. „Onlinemedien, vergesst mal das Tempo!“
(blogs.tageswoche.ch, David Bauer)
Journalisten können News „noch so schnell nachhoppeln, irgendeine Schildkröte ist immer schon da und hat es getwittert“, stellt David Bauer fest. „Man braucht nun aber nur einen Schritt weiterzudenken. Dann wird man realisieren, dass das Ausformulieren einer News über vier Abschnitte ebenfalls eine sehr dürftige Einordnungsleistung ist und Geschwindigkeit daher nicht das sein kann, wodurch sich der Journalismus im Netz von anderen Medienformen abhebt und womit ein Onlinemedium sich gegenüber der Konkurrenz profilieren kann.“

3. „Sensationen und Krokodilstränen“
(medienwoche.ch, Lothar Struck)
Zum Interview von Giovanni di Lorenzo mit Karl-Theodor zu Guttenberg in der „Zeit“ schreibt Lothar Struck: „Nur weil ein Journalist auf Anregung eines Buchverlags mit einem gestrauchelten Minister spricht, macht er sich noch lange nicht gemein mit dessen zweifelhaften Methoden. Genau das unterstellen aber die Kritiker dem ZEIT-Chefredaktor mit seinem Guttenberg-Interview gemacht zu haben.“

4. „Die Rückkehr des Plagiators „
(freiepresse.de, Eva Prase)
Sprachwissenschaftler Werner Holly schätzt das Interviewbuch „Vorerst gescheitert“ ein. Über Guttenberg sagt er: „Konsequent ordnet er alle Aussagen monomanisch dem Ziel unter, den Vorsatz des Plagiats auszuräumen, den er für sein Moralapostel-Image am meisten fürchtet. Dabei vergisst er, dass er sich schon mit diesen Äußerungen für jede halbwegs qualifizierte Arbeit disqualifiziert, erst recht für ein Amt. Kein Personalchef dürfte diesen Mann nach Lektüre seines Buches einstellen. Er gibt darin ja zu, mitunter nicht zu wissen, was er tut.“

5. „1073 Interviews = 6 MB“
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
Jakob Buhre erzählt von den Erfahrungen nach 10 Jahren „Planet Interview“. Ihm fällt auf, dass sich viele schwer tun damit, „über die Arbeit bei ‚Bild‘ zu reden“. Zum Geburtstag stehen zudem alle bisher veröffentlichten Interviews in einer Datei zum Download bereit.

6. „Ich liebe dich“
(nzzfolio.ch)
Paolo, Sepp, Lisa und andere erzählen von der Liebe.