Guttenberg, Schuhbeck, Kämmerer

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Zehn Jahre indirekter freistoss – auch mein Jubiläum“
(indirekter-freistoss.de, Oliver Fritsch)
Die „Presseschau für den kritischen Fußballfreund“ feiert das zehnjährige Jubiläum: „Gegründet habe ich den indirekten freistoss, um den seriösen Stimmen mehr Gewicht zu geben. Meinung gemacht wird ja nach wie vor woanders: bei Bild und im Fernsehen. Vielleicht ist deren Macht im Fußball im letzten Jahrzehnt ein wenig geringer geworden, ich kann mich aber auch täuschen.“

2. „Ein gefährlicher Mann“
(faz.net, Volker Zastrow)
Karl-Theodor zu Guttenberg ist nicht als reuiger Sünder zurückgekehrt, „sondern gepanzert mit Rechtfertigungen, bewaffnet mit Drohungen“. „Die unerzählte Geschichte geht so: Guttenberg hat es geschafft, fast in alle wichtigen Redaktionen dieses Landes belastbare Beziehungen aufzubauen, mit ungeheurem Charme. Das hat in einigen Häusern dazu geführt, dass Berichterstatter nicht so geschrieben haben, wie sie dachten. Die Redaktionen wurden auf Linie gebracht, soweit sie sich nicht ganz von selbst drauf brachten, längst vor der Affäre.“

3. „Mediale Steigbügelhalter“
(dradio.de, Bettina Schmieding)
Hat Guttenberg eine PR-Agentur beauftragt? „Wenn ja, dann hätte er das Geld echt besser ausgeben können. Schließlich gibt es genug Steigbügelhalter für den Baron in der deutschen Presse und die machen das total unentgeltlich.“

4. „Der scheinheilige Herr Schuhbeck“
(buggisch.wordpress.com)
Christian Buggisch schreibt über Fernsehkoch Alfons Schuhbeck, der „Gesundheit predigt und das Gegenteil verkauft“.

5. „So arbeiten Journalisten fair“
(ratgeber.presserat.ch)
Der neue Ratgeber „Was Medienschaffende wissen müssen“ des Schweizer Presserats.

6. „Kurz vor Schluss“
(zeit.de, Roland Kirbach)
Die finanzielle Situation deutscher Kommunen: „Nachdem Cross Border Leasing unattraktiv geworden war, weil die Steuervorteile in den USA entfallen waren, wurden deutsche Kämmerer aus Verzweiflung zu Zockern. Gelockt von cleveren Bankern, schlossen sie mit Finanzinstituten Wetten auf die künftige Zinsentwicklung ab. Reihenweise haben die Städte verloren.“