Aufgeschoben ist aufgehoben

Altbackene Sprüche unserer Großmütter müssten doch eigentlich etwas sein, das der „Bild“-Zeitung gefällt. So Sätze wie: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Aber, nix da. Im Gegenteil.

Kein „Bestseller“ mehr…
ARD kippt Ottfried Fischer

Das steht heute groß auf Seite 4 und lässt eigentlich an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Das ist im Artikel zunächst nicht anders:

Die Dreharbeiten für die nächste Folge, die im Januar auf Kuba beginnen sollten, wurden abgesagt (…).

Dann zitiert „Bild“ einen ARD-Sprecher, der dies angeblich „bestätigt“. Er tut es aber mit den Worten:

„Die geplante Produktion eines vierten Teils vom ‚Bestseller‘ ist erst einmal verschoben.“

Deshalb kann man vielleicht davon sprechen, dass die konkreten Dreharbeiten zum geplanten Termin „abgesagt“ sind. Falsch wird es aber, wenn man, wie „Bild“, im nächsten Absatz von Ottfried Fischers „Absetzung“ spricht.

dpa stellte am Donnerstagvormittag klar:

Die ARD verschiebt die für Januar vorgesehene Produktion eines Filmes mit Ottfried Fischer auf den Herbst 2005. (…) Fischer soll weiterhin für den ARD-„Bestseller“ eingesetzt werden (…).

Also: Die ARD hat den nächsten „Bestseller“-Film aufgeschoben, nicht aufgehoben. Und, ja, liebe „Bild“-Kollegen, das ist ein Unterschied.