Occupy, Günther Jauch, Heute

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Seid umarmt, Protestler!“
(zeit.de, Lenz Jacobson)
Die Occupy-Bewegung wird von Medien und Politik bis auf wenige Ausnahmen gefeiert – „die Kritik ist so grundsätzlich und diffus, dass noch für jeden etwas dabei ist“. „Auf Seiten der Medien ist es wohl auch die Verankerung vieler Journalisten in der gut gebildeten Mittelschicht, die eine positive Berichterstattung fördert. Weil auch viele der Protestierenden aus dieser Schicht kommen, können sich die Redakteure und Autoren mit ihnen besser identifizieren.“

2. „Talk-Tiefpunkt: Jauch bei Schmidt und Steinbrück“
(katjaschoenherr.de)
Peer Steinbrück und Helmut Schmidt wurden bei „Günther Jauch“ zu wenig kritisch befragt, findet Katja Schönherr: „Wenn sich Jauch zum Sprachrohr einer solchen, von einem Buch begleiteten Personal-Kampagne macht, dann hat er das zu thematisieren. Dann hat er dreimal nachzufragen, warum die beiden hier in der Sendung sitzen.“ Siehe dazu auch „Die Günther-Jauch-Show durchschaut gar nichts“ (nachdenkseiten.de, Wolfgang Lieb).

3. „Mehr als neunzig Prozent der Tunesier haben gewählt“
(zettelsraum.blogspot.com)
„Mehr als neunzig Prozent der Tunesier folgten dem Aufruf, eine verfassungsgebende Versammlung zu wählen“, sagte Matthias Fornoff in der gestrigen 19-Uhr-Ausgabe der Nachrichtensendung „Heute“ (ab 9:10 Minuten). „In die Wahllisten eingetragen nun haben sich 4,1 Millionen der über 7 Millionen Wahlberechtigten. Von diesen – und nicht von den Wahlberechtigten – haben rund 90 Prozent gestern abgestimmt; also ungefähr 3,7 Millionen von mehr als 7 Millionen wahlberechtigten Tunesiern.“

4. „Medientage München: Von Blogs und PDFs…“
(mrtopf.de, Christian Scholz)
Christian Scholz besucht die Medientage München: „Man wartet auf Standards und setzt auf Regulierung, anstatt all die Chancen, die ungenutzt vor einem liegen, mal zu ergreifen und etwas neues zu machen. (…) Und wenn am Ende innovativere US-Unternehmen alles an sich gerissen haben, wendet man sich dann jammernd an den Staat und bittet um Rettung!“

5. „Gespenstische Reporter“
(kanzlei-hoenig.info)
Carsten R. Hoenig beobachtet zwei „Bild“-Mitarbeiter bei der Arbeit am Artikel „Hier stellt die Polizei den Busunfall von der A10 nach“.

6. „Widersprüche: Gaddafi, Bin Laden – und Wagner“
(heikerost.com)
Heike Rost bemerkt als Nachtrag zu unserem Artikel „Der Leichnam aus einer anderen Welt“ bei Franz Josef Wagner eine „wahre Positionsflexibilität“.