Piratenpartei, Beißreflexe, Säbel

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Stille Post sie spielen“
(scilogs.de, Anatol Stefanowitsch)
Wie „Spiegel Online“ eine dpa-Meldung über eine neue Studie umschreibt, „ohne die Studie zu kennen und verstanden zu haben“.

2. „Piratenpartei: Humor ist, wenn man trotzdem lacht“
(panorama.blog.ndr.de, Andrej Reisin)
Andrej Reisin reagiert auf wütende Reaktionen von Mitgliedern und Sympathisanten der Piratenpartei, die sich von einem NDR-Beitrag „verhöhnt“ fühlen. „Über Inhalt und Qualität des Films lässt sich selbstverständlich streiten – und der NDR bietet dafür mit seiner Kommentarfunktion ja auch breiten Raum. In den Reaktionen kommt allerdings auch etwas anderes zum Vorschein, nämlich ein Gestus, der sich jedwede Kritik oder Satire schlicht und ergreifend verbitten will.“

3. „Genies nach Maßgabe des deutschen Journalismus“
(antimedien.de, Hektor Haarkötter)
„Deutschland hat wirklich einige Geistesgrößen zu bieten. Gescheite, unglaublich belesene Leute, die aus ihrem enormen Wissensschatz unter Anwendung der Gesetze der Logik (und machmal auch unter Umgehung derselben) zu brillanten Schlüssen kommen. Die ‚Zeit‘- und ‚Spiegel‘-Redakteure könnten vermutlich lebenslänglich suchen, sie würden diese echten ‚Genies‘ nicht finden.“

4. „Das Scheißleben der Feuilletonisten“
(spiegel.de, Georg Diez)
Das Ich und das Wir im deutschen Feuilleton. „Was hier von unterschiedlicher Seite versucht wird, ist eine Umdeutung der Gegenwart mit den Mitteln der Literaturkritik.“

5. „Alte Beißreflexe“
(faz.net, Johannes Warda)
Es bestehe kein Zweifel, „dass sich die Bürgerbewegung von G8- und Bildungsprotest über den arabischen Frühling bis zu ‚Occupy Wall Street‘ großer Medienaufmerksamkeit“ erfreue, findet Johannes Warda. „So mancher Vorwurf an die sogenannten Mainstream-Medien erinnert da an alte Beißreflexe: ein anachronistisches Verhaltensmuster aus der Zeit der Blockkonfrontation, das gerade die Indie-Medien und die Netzkultur überwunden zu haben glaubten.“

6. „Symbolträchtiger Mongolismus und eine Wiener Leiche auf Abwegen“
(mediensalat.info, Ralf Marder)
Aus welchem Bild ein von express.de, mopo.de und berliner-kurier.de eingesetztes Symbolfoto eines Säbels ausgeschnitten wurde.