Gehirne, Kalauer, Drohnen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Leser in die Röhre“
(sueddeutsche.de, Werner Bartens)
Zusammen mit Ernst Pöppel, dem „Boulevard-Wissenschaftler unter den Hirnforschern“, plant „Bild“, Hirnaktivitäten beim Lesen des Blatts zu messen. „Die Zeitung geht zur Markenpflege direkt an die Schnittstelle der Leser-Blatt-Bindung – in der Fußballsprache würde man sagen, dahin, wo es wehtut: ins Gehirn des Lesers.“

2. „Nur keine Häme gegen Talkshows!“
(zeit.de, Lutz Hachmeister)
„Der österreichische Philosoph Robert Pfaller hat kürzlich bemerkt, dass in den Talkshows der 1970er und 1980er Jahre noch Gesamtpersönlichkeiten als Gäste gefragt gewesen seien, heute fast nur noch ‚one-trick-ponys‘ – also Figuranten, von denen dramaturgisch eine ganz bestimmte Haltung erwartet wird. Die Talkshows sind heute scripted reality, in der Oskar Lafontaine oder Gregor Gysi ihre feste Funktion haben wie einst Slatko und Jürgen bei Big Brother.“

3. „Wie ich die Finanzkrise bewältigte“
(freitag.de, Michael Angele)
Michael Angele liest Feuilletons zur Finanzkrise: „Unschärfen und Inkompetenzen liegen nicht auf der Seite von uns ­Beobachtern, das Finanzsystem selbst produziert sie. Und zwar systematisch. Der Beweis? Die Krise natürlich.“

4. „Neues aus Kalau“
(noemix.twoday.net)
Kalauer mit Namen in Zeitungsüberschriften: „Manchmal ist der Unterschied zwischen einem Kindergarten und einer Zeitungsredaktion nicht leicht zu erkennen.“

5. „ARD und Fraunhofer proben die Totalüberwachung“
(ccc.de)
Das SWR-Sommerfest in Heidenheim am kommenden Sonntag wird „von fliegenden Drohnen, Heliumballons, Funk-Sensornetzen, Infrarotkameras und Webcams“ überwacht.

6. „Ein Missverständnis namens Mindesthaltbarkeitsdatum“
(faz-community.faz.net/blogs/supermarkt, Peer Schader)
Im „Supermarktblog“ macht Peer Schader darauf aufmerksam, dass ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum noch keinen ungenießbaren Joghurt macht: „Wer minimale Cremigkeits-Abstriche in Kauf nimmt, kann den Becher auch noch Tage später auslöffeln. Wenn er vorher die Anstrengung in Kauf nimmt, die Folie abzuziehen und höchstpersönlich zu testen, ob der Joghurt noch gut ist. Riechen und schmecken nennt man das. Irgendwie müssen wir das verlernt haben.“