Michael Anti, Süddeutsche Zeitung, Wired

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Gaby Köster und der ’seltsame Beigeschmack'“
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier erinnert daran, dass es für Medien keine Pflicht gibt, Teil von Gaby Kösters Vermarktungsstrategie zu werden. „So unvorstellbar das insbesondere für die meisten Online-Redaktionen zu sein scheint: Es gäbe die Möglichkeit, darüber nicht zu berichten.“

2. „Macht 9/11 nicht so wichtig“
(visdp.de, Hajo Schumacher)
„Wer hysterisch oder aggressiv auf Terror reagiert, wer Attentate überhöht und mystifiziert, der folgt dem eiskalten Kalkül der Täter. Der norwegische Regierungschef Jens Stoltenberg hat geradezu idealtypisch vorgelebt, wie der Tragik des Terrors zu begegnen ist: zuallererst mit Ruhe und Besonnenheit, mit dem festen Willen, sich nicht in die Spirale des Hasses hineinziehen zu lassen.“

3. „Ich blogge, also bin ich“
(welt.de, Andrea Seibel, Richard Herzinger und Frank Schmiechen)
Ein Interview mit dem chinesischen Journalist und Blogger Michael Anti: „Mit dem Aufkommen des Internets explodierte ich, entdeckte die wahre Welt, die ich ganz unironisch ’schöne neue Welt‘ nannte. (…) Alles, was im Web 2.0 hier in China geschieht, ist kein Freizeitspaß, kein sozialer Event, kein Nachtisch, wie bei Ihnen. Wir lernen, wachsen und bilden uns durch Information und Kommunikation und nutzen dies medial. Das ist unser Hauptgericht! Wir bloggen, also werden wir demokratisch!“

4. „Jetzt schwächelt auch Die Seite Drei“
(wp.ujf.biz, Ulf J. Froitzheim)
Die Story „Lagerkoller“ auf Seite 3 der gestrigen „Süddeutschen Zeitung“ wird von Ulf J. Froitzheim in sieben Punkten kritisiert.

5. „Das Rhein-Neckar-Fernsehen zeigt ungeschnitte Opferbilder und diskreditiert sich damit zum Trash-TV“
(heddesheimblog.de, Hardy Prothmann)
Fast zwei Minuten lang zeigt das Rhein Neckar Fernsehen eine Szene, „wie Bestatter einen Sarg bereitstellen, die Leiche des Opfers hineinwuchten, den Sarg schließen und Rausstehendes reinstopfen“, schreibt Hardy Prothmann. Er glaubt, der Sender zeige damit „eine Verantwortungslosigkeit, die die zuständige Lizenzbehörde auf den Plan rufen muss.“

6. „WIRED – Die interaktive Blattkritik“
(netzfeuilleton.de, Video, 7:18 Minuten)
Jannis Kucharz bespricht die erstmalig auf deutsch erscheinende „Wired“. Siehe dazu auch die Rezensionen von Felix Schwenzel („versteht jemand das cover?“), Don Alphonso („Schluss damit, wir machen das, was sich verkauft. Sex. Drogen, Autos“) oder Ole Reißmann („Natürlich sind diese Anzeigen als solche gekennzeichnet“).