Spielejournalismus, Speechgate, Sinnlosigkeit

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Zum Zustand der deutschen Spielekritik“
(kaliban.de)
Christian Schmidt, Gunnar Lott und viele mehr diskutieren über die journalistische Herangehensweise an Computerspiele: „Die Diagnose ist richtig, der deutsche Spielejournalismus (einst der kommerziell erfolgreichste der Welt!) ist belanglos geworden, produziert trotz positiver Gegenbeispiele viele schlechte Texte und wenig wirklich gelungene Formate. Und er ist kommerziell im Sinkflug –ob das durch bessere Qualität oder mehr Relevanz vermeidbar wäre, sei dahingestellt.“

2. „ARD-Talk: Zerredetes Programmschema“
(ndr.de, Video, 5:41 Minuten)
Auf ARD sind nun fünf Talksendungen pro Woche zu sehen: „Der vielgepriesene politische Diskurs verkommt immer häufiger zum ‚Wer darf wie viel reden.'“

3. „Die Auseinandersetzung mit 9/11 ist noch immer mit Denkverboten behaftet“
(heise.de/tp, Sabine Schiffer)
Sabine Schiffer erhält eine Absage „einer großen deutschen Wochenzeitung“: „Ich habe noch einmal mit meinen Kollegen über den Text gesprochen. Gemeinsam sind wir zu dem Beschluss gekommen, dass Sie sich in dem Artikel nicht deutlich genug von den Verschwörungstheorien distanzieren, für die Sie eine höhere Beachtung in den Medien fordern.“

4. „Tales of Manufactured Conflict – Speechgate“
(thedailyshow.com, Video, englisch)
US-Fernsehsender machen einen Terminkonflikt zu einem „Speechgate“. In der Pressekonferenz im Weißen Haus geht es weiter: „There were 23 questions about the scheduling of the speech.“

5. „Retusche des Homosexuellen-Bildes“
(matthias-schumacher.com)
Matthias Schumacher macht sich Gedanken über Homosexuelle in den Medien: „Indes Heteros mit aller Selbstverständlichkeit Mörder, Anwälte, Bauarbeiter, alles und jeden darstellen (selbst Schwule und Lesben werden von ihnen dargestellt), spielen Schwule und Lesben selbst oft Schwule und Lesben, gefangen in der Sexualität und auf sie reduziert.“

6. „Hurra Sinnlosigkeit!“
(spiegel.de, Sascha Lobo)
Der Satz „Das braucht niemand“ werde zu häufig geäußert, findet Sascha Lobo: „Für diesen Satz gilt im Netz, was in der Politik für den Hitlervergleich gilt: unter allen Umständen vermeiden.“