Politik mit Gimmick

"Ypsilanti trickst weiter -- Sie kann es einfach nicht lassen: Tricksilanti, Ypsilanti!"

Ach ja? Und worin ihre Trickserei besteht, weiß „Bild“-Kommentator Einar Koch auch nicht:

"Auf dem Weg zur Macht in Wiesbaden trickst sich Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti weiter durch – möglichst unbemerkt im Windschatten von Bankenkrise und CSU-Chaos."

Aha. „Möglichst unbemerkt“ dann aber wohl im Sinne von: unter den Augen der Öffentlichkeit.

Denn nachdem vor etwas mehr als zwei Monaten bekannt wurde, dass die hessische SPD ein zweites Mal versuchen wollen könnte, Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen, wurden die Vorbereitungen (Verschiebung des SPD-Parteitags auf die Zeit nach der Bayernwahl, für Anfang Oktober geplante Koalitionsverhandlungen mit den Grünen, möglicher Wahltermin im November, der Ruf nach Probeabstimmungen im Vorfeld und schließlich die gestrigen Probeabstimmungen selbst) minutiös verfolgt und von Politik und Medien — auch von „Bild“ — öffentlich diskutiert.

Aber vermutlich traut „Bild“ ihrer Tricksilanti, der alten Lügilanti, sogar zu, dass sie für ein bisschen Windschatten den Kollaps von CSU und internationaler Finanzwelt selbst eingefädelt hat.